Über neue Möglichkeiten und einem Gott der in mir lebt

Halli Hallo Hallöchen! Ein neuer Monat ist vergangen und ich melde mich wieder zurück, um euch zu berichten, was ich im Oktober so alles erlebt habe.

Schon im Juli/September haben wir angefangen in der Gemeinde und in der Schule zu arbeiten. Wir unterstützen in der Gemeinde drei verschiedene Jugendprogramme und in der Schule haben wir vorwiegend die Schüler in den Pausen kennengelernt und einfach ein wenig Zeit mit ihnen verbracht. Zusammenfassend würde ich die ersten zwei Monate also als eine Eingewöhnungsphase betiteln, in der man alles kennenlernt und sich einlebt.

Nach einer Schulpause von zwei Wochen, in der wir unter anderm Teil eines christlichen Kinder- und Jugend Feriencamps waren und selber als Pais-Team ein Ferienprogramm für die Kids veranstaltet haben, fing die Schule und die Jugendprogramme in der Gemeinde wieder an. Somit öffneten sich für uns als Team auch neue Möglichkeiten, denn wir konnten nun beim Planen für den nächsten Schulabschnitt dabei sein und unsere Ideen einbringen.

Pausenprogramm in der Schule

So zum Beispiel, leiten wir seit Anfang Oktober nun unser erstes eigenes Pausenprogramm für die Schüler, der sogenannte „Fresh Friday“. In dem geht es darum, mit den Schülern ihre großen Lebens- und Glaubensfragen zu diskutieren und gemeinsam mit ihnen Antworten zu finden. Dafür haben wir einige, unter anderem auch provokative und umstrittene Fragen, überlegt, wie zum Beispiel „Was passiert nach dem Tod?“, „Dürfen Christen Alkohol trinken?“ oder „Kommen Homosexuelle in die Hölle?“. Wir treffen uns jeden Freitag in zwei Pausen und haben dabei immer eine neue Frage zum diskutieren. Dabei geht es nicht darum, den Schülern eine ultimative Antwort auf die großen Fragen zu geben, sondern viel mehr, ihnen eine Möglichkeit zu geben, sich mit diesen Themen mit anderen in ihrem Alter zu beschäftigen und aber auch unsere Meinungen zu den jeweiligen Themen zu teilen.

Because you are loved

Ein anderes tolles Programm, dass wir diesen Monat leiten durften, ist das Pais-Programm „Because you‘re loved“. Das drei wöchige Programm dient dazu, dass wir mit den Schülern zusammen in der Schule Gottes Liebe näher zu bringen unter dem Motto „Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat“. Dabei ist es das Ziel möglichst viele Schüler in das Programm zu integrieren, um sie dazu auszurüsten Gottes Liebe zu teilen, dort wo sie gerade sind. Die drei Wochen haben drei unterschiedliche Themen. In der ersten Woche geht es darum, sich zu trauen, Liebe zu zeigen und das durch verschiedene Mittel wie Ermutigung, Großzügigkeit, Mitgefühl oder dem Dienst für andere. Wir haben diese verschiedenen Mittel jeweils einem Tag in der Woche zugeteilt. So ging es am Montag darum, die Schüler und Lehrer der Schule zu ermutigen. Wir haben rund zwanzig Schüler zusammengesammelt und mit ihnen kleine ermutigende Notizen gebastelt und sie dann in der ganzen Schule aufgehängt.
Am Dienstag ging es dann darum, Mitgefühl zu zeigen, um den Schülern zu vermitteln, dass es wichtig ist, dass wir uns um einander kümmern. Dafür haben wir sogenannte „Nimm-was-du-brauchst“ Poster gebastelt, bei denen die Schüler sich das Wort abreißen können, was sie gerade in ihrem Leben brauchen. Wie zum Beispiel: Freude, Liebe, Vergebung oder Heilung. Das besondere daran ist, dass auf der Rückseite der Zettelchen steht, wie sie dies bekommen können. Auf der Rückseite des Zettels „Liebe“ stand zum Beispiel „Geh zu Hannah und schau, was sie für dich hat“. Die Schüler sind darauf hin zu Hannah gegangen und sie hat den Schülern dann einen Liebesbrief von Gott gegeben, der die Schüler ermuntern soll. Wenn die Schüler „Heilung“ oder „Vergebung“ brauchten, konnten sie in einen Raum kommen und für sich beten lassen. Es war wirklich toll zu sehen, wie offen und gerne die Schüler dieses Angebot wahrgenommen haben.
Am Mittwoch ging es dann um Dienst für unsere Mitmenschen. Rund zwanzig Schüler waren darin involviert, mit uns zusammen die Autos der Lehrer zu waschen und ihnen damit ein Gefallen zu tun. Bei herrlich sonnigem Wetter hatten wir eine tolle Zeit mit den Schülern und der einen oder anderen Wasserschlacht und konnten ganz nebenbei etwas richtig Gutes tun.
Der Freitag stand unter dem Motto „Großzügigkeit“. Die Schüler haben dabei gelernt, dass man nicht nur finanziell großzügig sein kann, sondern unter anderem auch mit seiner Zeit. Und so haben bestimmt um die dreißig Schüler ihre Zeit geopfert, um mit uns Brownies für ihre Lehrer zu backen und zu verteilen und ihnen dabei mitzuteilen, warum sie geliebt sind. Für mich war dieser Tag mein absolutes Highlight der Woche, weil es unglaublich schön zu sehen war, mit was für einer Freude und Leidenschaft die Schüler ihren Lehrkräften eine Freude machten.
Am Ende der Woche hatten wir nicht nur überglückliche Schüler, sondern auch Lehrer. Ein voller Erfolg!

Ein kleines Zeugnis für zwischendurch

Gott wirkt, wenn du ihn lässt.
Ein absolutes Highlight für mich diesen Monat, war eine ganz besondere Begegnung. Es war Donnerstag und an unserem freien Tag nutzen wir als Team gerne das Privileg nur zwanzig Minuten von wunderschönen Stränden entfernt zu leben. Wir liegen also am Strand und neben uns lagen zwei Jungs und ein Mädchen im Alter von ungefähr 25 Jahren. Als ich gehört habe, dass sie Lobpreis Musik hörten und einer von ihnen in der Bibel las, habe ich gedacht, dass es doch eine super Möglichkeit wäre sich ein wenig zu unterhalten. Auch wenn ich ein wenig unsicher war, wusste ich, dass Gott wollte, dass ich mit ihnen spreche. Und er behielt Recht. Ich habe den Jungen, der in seiner Bibel las, angesprochen, wie es ihm so geht und aus was für einer Gemeinde sie kommen. Es stellte sich heraus, dass ihre Gemeinde nur fünf Minuten von unserer Gemeinde entfernt war. Als wir uns unterhielten, meinte er plötzlich, dass er das Gefühl hat, er sollte mit mir teilen, wie er zum Glauben gekommen ist. Natürlich wollte ich das gerne hören und er fing an zu erzählen, dass er erst seit einem Monat Christ und getauft ist. Seine Eltern sind zwar immer in Kirche gegangen, doch er selber hatte nie eine Beziehung zu Gott. Was ihn unter anderem davon abgehalten hat, ist, dass er durch sehr schwierige und schlimme Zeiten gehen musste. Er hat mir davon erzählt, wie er oft keinen Ausweg mehr sah und sich mehrmals sogar versucht hat das Leben zu nehmen. Ich war völlig überwältigt von seiner Geschichte und dann erzählte er mir etwas Unglaubliches! Bei seinem letzten Versuch sich das Leben zu nehmen, hat er versucht sich in einem Baum im Park zu erhängen. In diesem Moment ist er Jesus begegnet. Jesus hatte ihn buchstäblich gerettet. Er wurde von der australischen Polizei gefunden und ins Krankenhaus gebracht und als er aufgewacht ist, hat entschlossen, nun sein Leben für Jesus zu leben, weil er sein Leben gerettet hatte. Wow!
Er hatte mir erzählt, dass sich sein Leben um 180 Grad gewendet hat und er durch seine Taufe von seinem alten Leben reingewachsen wurde und nun ein neuer Mensch ist. Amen!!
Ich war so erfüllt und erstaunt von seinem Zeugnis und habe ihn gefragt, ob ich für ihn beten darf. Er war überglücklich. Sobald ich angefangen habe zu beten, wusste ich, dass nicht ich es bin, die spricht, sondern, dass es wirklich Gott war, der durch seinen Heiligen Geist durch mich spricht. Ich habe so etwas noch nie erlebt und es war einfach ein so cooler Moment dort am überfüllten Strand von Australien zu sitzen und für jemanden Wildfremden, der etwas so unglaubliches mit Jesus erlebt hatte, zu beten.
Ich habe vorher davor Angst gehabt für komplett fremde Leute zu beten und habe Gott oft dadurch nicht nicht die Möglichkeit gegeben, durch mich zu wirken. Vielleicht geht es dir auch manchmal so. Ich kann dich nur ermutigen aus deiner Komfort Zone herauszutreten und Gott in dir wirken zu lassen. Es lohnt sich!

Ich hoffe euch hat mein kleines Update zu meiner Arbeit hier in der Schule, aber zu meinen Erlebnissen mit Gott gefallen.

Falls du gerne tägliche Updates bekommen möchtest, was wir gerade so machen, dann kannst du gerne unserer Pais-Instagram Seite folgen oder meinem privaten Account, dort poste ich auch fast täglich, was ich so mache. @paishillcrest @lisajohannahubert

Ich danke euch für jedes Gebet für uns!

Eure Lisa 🙂

Alles über meinen Einsatz in Australien

Auf gehts nach Down Under!

Die Koffer sind gepackt, die Reiseunterlagen sind alle beisammen, Freunde und Familie wurden nochmal in den Arm genommen – Es konnte also los gehen. Am 25. Juli um 21:30 Uhr starte mein Flieger ans andere Ende der Welt. Ich sollte ein Jahr alles hinter mir lassen. Meine Familie, meine Freunde, mein gewohntes Umfeld und meine Gemeinde. Und ich war noch nicht einmal aufgeregt. Der Tag des Abflugs war gekommen und er fühlte sich an, wie jeder andere Tag. Mit einigen Abschiedstränen ließ ich meine Familie an der Sicherheitskontrolle hinter mir und startete mit vier weiteren Pais-Mädels auf die Reise nach Down Under. Um dort hinzugelangen benötigte es einen kurzen Zwischenstopp von vier Stunden in Dubai. Nach weiteren vierzehn Stunden Flug mit leckerem und reichlichem Essen und, zu meinem Glück, genügend Schlaf am Fensterplatz, erreichten wir Fünf unser Ziel in Brisbane. Dort angekommen stellte ich auch schon den ersten kulturellen Unterschied fest. Die Flughafenkontrolle empfing uns wie einen alten Freund, den man lange nicht gesehen hatte und selbst bei meiner Extra-Sicherheitskontolle, auf Grund meiner mitgebrachten Hundeleckerlies, wurde ich super freundlich empfangen. Ja, die Hundeleckerlies, die ich als Gastgeschenk für den Hund meiner Gastfamilie mitgebracht hatte, musste ich der Flughafenkontrolle aushändigen, aber sie brachten mich sonst in keine weiteren Schwierigkeiten, sodass der Flug einwandfrei vonstatten ging.

Wie war dein Vorbereitungsseminar?

In Brisbane sollten alle von Pais-Australien und Pais-Neuseeland erst einmal ein zwei-wöchiges Seminar besuchen, das Foundational Training (FT). Dort wurden uns von den Nationaldirektoren und verschiedenen Gastrednern die Prinzipien von Pais, die sogenannten „Kingdom Principles“ ans Herz gelegt. Paul Gibbs, der Gründer von Pais, hat diese in drei Kategorien unterteilt: Mission, Decipleship und Study. Das sind also unsere Grundlegenden Aufgaben. Missionieren, also jungen Erwachsenen von Jesus erzählen, die ihn noch nicht kennen, Jüngerschaft, also diese Menschen zu Jüngern Jesu machen, indem man ihnen dieses vorlebt aber sie auch dazu ausrüstet („Missionaries making Missionaries“). Und zu guter letzt, das Studieren der Bibel. Für alle dieser drei Bereiche gibt es ein sogenanntes Tool, also ein Werkzeug mit denen man missionieren, Jünger ausrüsten und die Bibel studieren kann. Für die Kategorie Mission gibt das Tool „Because you are loved“, für die Kategorie Dicipleship gibt es das Tool „The Flow“ und für die Kategorie „Study“ gibt es das Tool „Haverim“. Wenn du dazu gerne mehr erfahren möchtest, dann klick gerne auf die einzelnen Tools.
Das FT war nicht nur informativ und hilfreich, sondern vor allem prägend und tief gehend. Wir alle haben wirklich viel von dem Seminar mitgenommen und fühlen uns nun ausgerüstet, um in den Schulen und Gemeinden zu dienen.

Wie sehen deine Schule & deine Gemeinde aus?

Das Hillcrest Christian College ist, wie der Name schon sagt, eine christliche Schule mit über 1300 Schülern, die alle eine Schuluniform tragen müssen. Die Schule ist aufgeteilt in eine Junior School (Jahrgang 1-6) und einer Senior School (Jahrgang 6-12). Beide Jahrgänge feiern wöchentlich einen kleinen Gottesdienst, den die Schüler durch Musik, Andacht, Gebet und Moderation mit gestalten. Die Junior- und Senior School ist jeweils nochmal in verschiedene Häuser unterteilt, die jeweils einer Farbe zugeordnet sind. Es gibt dann nicht wie bei Harry Potter die Häuser Gryffindor, Ravenclaw, Slytherin und Hufflepuff, sondern die Häuser Blau, Gelb, Grün und Orange. Jedes Haus trifft sich täglich in ihrer sogenannten „Smallgroup“, welche man sich wie ein Hauskreis vorstellen kann. Die Schüler hören zu ihrem jeweiligen Thema eine Andacht, spielen dazu etwas oder bearbeiten Aufgaben, mit einem angefertigten Themenbuch.
Weitergehend bietet die Schule auch Mentoring an, indem die älteren Schüler die jüngeren Schüler mentoren. In Hillcrest wird besonders viel Wert auf den Umgang miteinander nach christlichen Werten gelegt. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ könnte also das Motto des christlichen College sein.
Das hört sich doch alles klasse und super christlich an. Wozu muss denn da noch missioniert werden? Dass dieses College unter christlichen Händen geleitet wird, heißt noch lange nicht, dass jeder Schüler dort sein Leben mit Jesus lebt. Der Sozialarbeiter der Hillcrest Schule, Tim, vermutet, dass über 70% der Schüler keine Christen sind. Sie kommen aus einem christlichen Elternhaus oder vielleicht noch nicht mal das und haben aber noch keine eigenen Erfahrungen im Glauben gemacht und wollen vielleicht mehr von Jesus erfahren. Ihnen fehlt der persönliche Bezug und ein Start in eine Beziehung mit Jesus. Und da kommen unter anderem wir als Pais Team ins Spiel. Wir sind hauptsächlich dazu da um Beziehungen zu den Schülern aufzubauen, ihnen als Team eine Gemeinschaft mit Jesus in der Mitte vorzuleben und ihr Ansprechparter zu sein. Wir wollen in den „Smallgroups“ und in den Pausen den Schülern begegnen, Einzelne Mentoren und uns in ihren wöchentliche Gottesdienst mit einbringen. Unser Ziel dabei ist es, die Schüler ein Stück in ihrem Glauben zu begleiten und voranzubringen und sie dann aber auch dazu ausrüsten, um das selbe mit ihren Mitschülern zu tun, wenn wir nach einem Jahr nicht mehr da sind.

Neben der Schule abreiten wir auch in einer Baptisten Gemeinde, der „Reedy Creek Baptist Church“, die auch mit der Hillcrest Schule zusammenarbeitet. Am Sonntag gibt es zwei Gottesdienste. Einen um 9:00 Uhr, der mit rund 200-300 Besuchern gefüllt ist und einen kleineren Gottesdienst um 17:00 Uhr mit gemeinsamen Abendessen. Wir als Pais-Team sind in die Gottesdienste, wie auch in drei unterschiedliche Programme für die Jugendlichen und Kinder involviert, in denen gespielt, Andachten gehalten werden und Kleingruppen zusammenkommen. Die Gottesdienste und Programme werden von drei unterschiedlichen Pastoren geleitet. David Moyes (Senior Pastor), Andrew Rienecker (Kinder- und Jugend Pastor) und Robby Townsen (Missions Pastor). In unserer Gemeinde haben wir auch ein Büro, in dem wir Veranstaltungen, Mentoring-Sessions, oder Haverim Stunden vorbereiten können.

Wie ist deine Gastfamilie?

Die ersten zwei Wochen während des FT‘s war ich in Brisbane bei einem jungen Ehepaar untergebracht. Courtney (26) und Matt (28) haben mich wirklich super herzlich aufgenommen und ich hatte eine total tolle und vor allem witzige Zeit mit ihnen. In ihrem Haus, in Ormeau Hills, hatte ich eine unglaubliche Aussicht über den Vorort von Brisbane. Courtney ist außerdem Lehrerin an dem Hillcrest Christian College, sodass ich schon, bevor wir angefangen haben dort zu arbeiten, einen Eindruck von der Schule gewinnen konnte.

Nach dem Foundational Training wurden wir dann zu unseren finalen Gastfamilien zugeteilt. Ich bin in den Süden, an die Gold Coast nach Bonogin, zu der liebevollen „Familie Blackwell“ gezogen. Janelle und Nate und ihre Kinder Maddy (16), Charlotte (14) und Eloise (11) haben mich überwältigend herzlich empfangen. Die Familie ist eine aufgeweckte, fröhliche und vor allem unglaublich liebevolle Familie. In dem, wie ich es liebevoll nenne, Dschungel Australiens, hat meine Gastfamilie aus ihrer Garage liebevoll ein eigenes Zimmer für mich hergerichtet. Ich wurde mit einem Kuschelbär Koala, einem Bild von meiner Familie zu Zuhause und weiteren Willkommens-Aufmerksamkeiten, herzlich empfangen. Ich bin wirklich gerührt von der Fürsorglichkeit dieser Familie und kann mich hier einfach wie Zuhause fühlen. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich, wie Zuhause, drei Schwestern um mich habe, mit dem kleinen Unterschied, dass ich nun die Älteste bin.
Ich bin wirklich total gesegnet mit den Menschen, die ich um mich herum habe und bin Gott dafür unendlich dankbar.

Das war es soweit zu meinem ersten Update aus Australien. Im nächsten Blog erzähle ich etwas mehr zu unseren ersten Einsätzen in der Gemeinde und in der Schule. Seid also gespannt!

Ganz herzliche australische Grüße,

Lisa

Mein Auslandsjahr beginnt in Deutschland

Das bin ich!

Hey ihr Lieben! Ich bin Lisa, noch 19 Jahre alt und habe gerade mein Abitur hinter mir. Für mich geht es am 25. Juli 2018 ein Jahr ans andere Ende der Welt. Besser gesagt nach Reedy Creek, einem Ort im Nord-Westen Australiens direkt an der Gold Coast. Unterwegs bin ich mit der christlichen Organisation Pais. Gemeinsam mit meinem Team aus weitern FSJlern werde ich an einem christlichen College aktiv, um dort den Kindern und Jugendlichen von Jesus zu erzählen und Beziehung zu ihnen aufzubauen. Außerdem werden wir in unserer Gemeinde, der Reedy Creek Baptist Church, vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit mitarbeiten. Ein Jahr voller Herausforderungen, neuen Bekanntschaften und Freundschaften, vielleicht auch Enttäuschungen aber in jedem Fall jeder Menge neuer Erfahrungen warten auf mich und ich darf mir gewiss sein, dass ich dabei in stetiger Begleitung und Führung unseres Herrn bin.

Zweifel an meinem Einsatz im Ausland

Mein Jahr hat vor dem Abflug eigentlich schon begonnen und zwar nicht in ganz so weiter Ferne. Anfang Juli haben wir uns in Großenaspe zum Reach, einer Art Kennlern- Seminar, getroffen. Mit wir meine ich alle Paisler, die von Deutschland ein Jahr nach Australien, Neuseeland, Ghana und Brasilien ausgesandt werden (Starter) und alle Paisler, die in diesen Nationen bereits ein Jahr mit Pais unterwegs waren (Movement). Eine Woche voller Programm und vor allem mit viel Austausch erwartete uns.
Zugegeben hatte ich nicht besonders hohe Erwartungen an das Reach. Gedanklich war ich noch gar nicht auf meinen Einsatz im Ausland vorbereitet. Eine Woche vor dem Reach wurde ich aus der Schule mit dem Abitur in der Tasche entlassen, bin in dieser Woche noch ein wenig durch Deutschland gereist um meine freie und restliche Zeit in meinem Heimatland noch einmal zu genießen und nur zwei Tage vor dem Reach feierte ich noch mein bestandenes Abitur und die vergangenen 13 Schuljahre mit meinen Freunden auf unserem Abiball. Ich war irgendwie noch nicht bereit zu gehen. Hier habe ich doch alles, warum verlasse ich mein gewohntes Umfeld, hier geht es mir doch gut? Ich habe mich dieser Aufgabe noch nicht gewachsen gefühlt. Demnach war mein Plan für das Reach, es eine Woche mehr oder weniger „durchzuziehen“ und es viel mehr als ein Pflichtpunkt meines FSJs anzusehen, anstatt als eine wirkliche Vorbereitung auf das kommende Jahr.

Das Reach in Großenaspe

Dennoch habe ich mich gefreut alle kennenzulernen mit denen ich zusammen mein Auslandsjahr verbringen werde. Pais stellt immer Teams zusammen, die aus verschieden vielen Teammitgliedern (Member) und einem Teamleiter (Leader) bestehen. Bis zum Reach wusste ich noch nicht in welchem Team ich bin, was auch bedeutet, dass ich noch gar nicht wusste, wo ich eigentlich genau hinkommen werde, denn pro Team kommt man immer an einen Ort und in eine Gemeinde. Ich konnte nur vermuten, dass es für mich nach Reedy Creek gehen könnte, denn der Pastor der Reedy Creek Baptist Church, Andrew Rienecker, hatte mich bereits per E-Mail angeschrieben, um sich mit mir in Kontakt zu setzen. Eine offizielle Bestätigung für meine Vermutung gab es von meinem Nationaldirektor, Pat Kliever, ebenfalls Deutscher, allerdings noch nicht. Von dem Reach erhoffte ich mir also auch, mehr über mein Team zu erfahren und vielleicht schon Mitglieder davon kennenzulernen.
Und die Möglichkeiten hatte ich. Täglich mussten wir Seminare besuchen, die Themen behandelten, wie die verschiedenen Kulturen, Sicherheit, aber auch persönliche Aspekte, wie, wie gehe ich mit Schwierigkeiten um, zum Beispiel zum Thema Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Teams oder Heimweh. Das Reach war super organisiert, das Programm sehr abwechslungsreich gestaltet, sodass alle Bedürfnisse und Fragen abgedeckt werden konnten und die Seminare waren informativ und meistens sehr interessant. Doch was für mich am wichtigsten war, ist der Austausch. Und das war zum Glück auch der Schwerpunkt des Reachs. Ich hatte wie gesagt keine große Meinung für das Reach bevor es begonnen hatte, doch rückblickend stelle ich fest, dass das es so wichtig für mich war, denn durch den Austausch, vor allem mit den Movement-Paislern, die schon ein- oder mehrere Jahre im Ausland, und vor allem in Australien gelebt haben, zu reden, sich von ihnen ermutigen zu lassen, von ihren Erlebnissen und Erfahrungen erzählt zu bekommen und zu hören, dass es ihnen ähnlich ergangen ist wie mir, war so ermutigend. Aber auch mit den Startern zu reden, sich kennenzulernen und einander aufzubauen, weil man die Gefühlslage des anderen gut nachvollziehen kann, war total hilfreich.

Welcome to Team Hillcrest

Am vorletzten Tag vom Reach kam dann auch die langersehnte E-Mail von Pat, in der stand, dass ich offiziell in der Reedy Creek Baptist Church zusammen mit meinem Team „Team Hillcrest“ arbeiten werde. Das Team besteht aus David, unserem Teamleiter, der ebenfalls aus Deutschland kommt, einem Jungen, Benjamin (Ben) und einem Mädchen, Hannah, die beide aus der USA kommen und mir. Zu meinem großen Glück durfte ich David auf dem Reach schon kennenlernen. David ist ein total lieber, fröhlicher und motivierter Junge und nur zwei Jahre älter als ich. Erst ein paar Tage vor dem Reach kam er aus Australien wieder, wo er ein Jahr als Team-Member mitarbeitete und will nun wieder nach Australien um dort sein zweites Jahr als Teamleader zu machen. Ich bin wirklich total gesegnet mit David als Leader, da ich mich sehr gut mit ihm verstehe und er, glaube ich, Eigenschaften besitzt, die sich sehr gut mit meinen ergänzen.

Das Reach war für mich, auch mit seinen Startschwierigkeiten, ein voller Erfolg. Es hat mir einfach mein Auslandsjahr greifbarer und realistischer gemacht und nun weiß ich, worauf ich mich ungefähr einstellen kann. Ich freue mich jetzt einfach darauf, los fliegen zu können und mein Abenteuer für Gott beginnen zu lassen.

Ich danke euch für eure Gebete und freue mich darauf, mich dann aus Australien wieder zu melden.

Eure Lisa 🙂

Und los!

Jetzt bin ich schon seit zwei Wochen in England. Da wird es doch mal Zeit was von sich hören zu lassen! Zuerst geht es jetzt aber noch nicht direkt darum was in England so los ist, sondern ich hab noch ein wenig was aufzuholen, was vor meinem Ablug noch so los war. Drei Wochen vor meinem Start war nämlich noch das Reach in Karlsruhe. Bei 30° im Schatten wurden wir bei diesem einwöchigen Seminar in ersten Zügen auf das kommenden Jahr vorbereitet.

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