Mein Auslandsjahr beginnt in Deutschland

Das bin ich!

Hey ihr Lieben! Ich bin Lisa, noch 19 Jahre alt und habe gerade mein Abitur hinter mir. Für mich geht es am 25. Juli 2018 ein Jahr ans andere Ende der Welt. Besser gesagt nach Reedy Creek, einem Ort im Nord-Westen Australiens direkt an der Gold Coast. Unterwegs bin ich mit der christlichen Organisation Pais. Gemeinsam mit meinem Team aus weitern FSJlern werde ich an einem christlichen College aktiv, um dort den Kindern und Jugendlichen von Jesus zu erzählen und Beziehung zu ihnen aufzubauen. Außerdem werden wir in unserer Gemeinde, der Reedy Creek Baptist Church, vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit mitarbeiten. Ein Jahr voller Herausforderungen, neuen Bekanntschaften und Freundschaften, vielleicht auch Enttäuschungen aber in jedem Fall jeder Menge neuer Erfahrungen warten auf mich und ich darf mir gewiss sein, dass ich dabei in stetiger Begleitung und Führung unseres Herrn bin.

Zweifel an meinem Einsatz im Ausland

Mein Jahr hat vor dem Abflug eigentlich schon begonnen und zwar nicht in ganz so weiter Ferne. Anfang Juli haben wir uns in Großenaspe zum Reach, einer Art Kennlern- Seminar, getroffen. Mit wir meine ich alle Paisler, die von Deutschland ein Jahr nach Australien, Neuseeland, Ghana und Brasilien ausgesandt werden (Starter) und alle Paisler, die in diesen Nationen bereits ein Jahr mit Pais unterwegs waren (Movement). Eine Woche voller Programm und vor allem mit viel Austausch erwartete uns.
Zugegeben hatte ich nicht besonders hohe Erwartungen an das Reach. Gedanklich war ich noch gar nicht auf meinen Einsatz im Ausland vorbereitet. Eine Woche vor dem Reach wurde ich aus der Schule mit dem Abitur in der Tasche entlassen, bin in dieser Woche noch ein wenig durch Deutschland gereist um meine freie und restliche Zeit in meinem Heimatland noch einmal zu genießen und nur zwei Tage vor dem Reach feierte ich noch mein bestandenes Abitur und die vergangenen 13 Schuljahre mit meinen Freunden auf unserem Abiball. Ich war irgendwie noch nicht bereit zu gehen. Hier habe ich doch alles, warum verlasse ich mein gewohntes Umfeld, hier geht es mir doch gut? Ich habe mich dieser Aufgabe noch nicht gewachsen gefühlt. Demnach war mein Plan für das Reach, es eine Woche mehr oder weniger „durchzuziehen“ und es viel mehr als ein Pflichtpunkt meines FSJs anzusehen, anstatt als eine wirkliche Vorbereitung auf das kommende Jahr.

Das Reach in Großenaspe

Dennoch habe ich mich gefreut alle kennenzulernen mit denen ich zusammen mein Auslandsjahr verbringen werde. Pais stellt immer Teams zusammen, die aus verschieden vielen Teammitgliedern (Member) und einem Teamleiter (Leader) bestehen. Bis zum Reach wusste ich noch nicht in welchem Team ich bin, was auch bedeutet, dass ich noch gar nicht wusste, wo ich eigentlich genau hinkommen werde, denn pro Team kommt man immer an einen Ort und in eine Gemeinde. Ich konnte nur vermuten, dass es für mich nach Reedy Creek gehen könnte, denn der Pastor der Reedy Creek Baptist Church, Andrew Rienecker, hatte mich bereits per E-Mail angeschrieben, um sich mit mir in Kontakt zu setzen. Eine offizielle Bestätigung für meine Vermutung gab es von meinem Nationaldirektor, Pat Kliever, ebenfalls Deutscher, allerdings noch nicht. Von dem Reach erhoffte ich mir also auch, mehr über mein Team zu erfahren und vielleicht schon Mitglieder davon kennenzulernen.
Und die Möglichkeiten hatte ich. Täglich mussten wir Seminare besuchen, die Themen behandelten, wie die verschiedenen Kulturen, Sicherheit, aber auch persönliche Aspekte, wie, wie gehe ich mit Schwierigkeiten um, zum Beispiel zum Thema Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Teams oder Heimweh. Das Reach war super organisiert, das Programm sehr abwechslungsreich gestaltet, sodass alle Bedürfnisse und Fragen abgedeckt werden konnten und die Seminare waren informativ und meistens sehr interessant. Doch was für mich am wichtigsten war, ist der Austausch. Und das war zum Glück auch der Schwerpunkt des Reachs. Ich hatte wie gesagt keine große Meinung für das Reach bevor es begonnen hatte, doch rückblickend stelle ich fest, dass das es so wichtig für mich war, denn durch den Austausch, vor allem mit den Movement-Paislern, die schon ein- oder mehrere Jahre im Ausland, und vor allem in Australien gelebt haben, zu reden, sich von ihnen ermutigen zu lassen, von ihren Erlebnissen und Erfahrungen erzählt zu bekommen und zu hören, dass es ihnen ähnlich ergangen ist wie mir, war so ermutigend. Aber auch mit den Startern zu reden, sich kennenzulernen und einander aufzubauen, weil man die Gefühlslage des anderen gut nachvollziehen kann, war total hilfreich.

Welcome to Team Hillcrest

Am vorletzten Tag vom Reach kam dann auch die langersehnte E-Mail von Pat, in der stand, dass ich offiziell in der Reedy Creek Baptist Church zusammen mit meinem Team „Team Hillcrest“ arbeiten werde. Das Team besteht aus David, unserem Teamleiter, der ebenfalls aus Deutschland kommt, einem Jungen, Benjamin (Ben) und einem Mädchen, Hannah, die beide aus der USA kommen und mir. Zu meinem großen Glück durfte ich David auf dem Reach schon kennenlernen. David ist ein total lieber, fröhlicher und motivierter Junge und nur zwei Jahre älter als ich. Erst ein paar Tage vor dem Reach kam er aus Australien wieder, wo er ein Jahr als Team-Member mitarbeitete und will nun wieder nach Australien um dort sein zweites Jahr als Teamleader zu machen. Ich bin wirklich total gesegnet mit David als Leader, da ich mich sehr gut mit ihm verstehe und er, glaube ich, Eigenschaften besitzt, die sich sehr gut mit meinen ergänzen.

Das Reach war für mich, auch mit seinen Startschwierigkeiten, ein voller Erfolg. Es hat mir einfach mein Auslandsjahr greifbarer und realistischer gemacht und nun weiß ich, worauf ich mich ungefähr einstellen kann. Ich freue mich jetzt einfach darauf, los fliegen zu können und mein Abenteuer für Gott beginnen zu lassen.

Ich danke euch für eure Gebete und freue mich darauf, mich dann aus Australien wieder zu melden.

Eure Lisa 🙂

Und los!

Jetzt bin ich schon seit zwei Wochen in England. Da wird es doch mal Zeit was von sich hören zu lassen! Zuerst geht es jetzt aber noch nicht direkt darum was in England so los ist, sondern ich hab noch ein wenig was aufzuholen, was vor meinem Ablug noch so los war. Drei Wochen vor meinem Start war nämlich noch das Reach in Karlsruhe. Bei 30° im Schatten wurden wir bei diesem einwöchigen Seminar in ersten Zügen auf das kommenden Jahr vorbereitet.

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