Es gibt eine Menge zu erzählen…

Halli Hallo ihr Lieben,

Lang ist es her, dass ich hier mal ein Update gegeben habe aber ja, ich lebe noch. Es ist viel passiert und auch wenn es wahrscheinlich zu viel ist, um alles zu erzählen, möchte ich euch von einigen Dingen erzählen, die Gott in meinem Leben und in meiner Arbeit die letzten Monate hier in Australien getan hat.

Ein unvergleichliches Weihnachtsfest

Mein Weihnachten war dieses Jahr nicht nur besonders, weil wir bei 35 Grad nach dem Grillen, unseren Tag im Pool verbracht haben, sondern vor allem, weil wir eine ganz tolle Gemeinschaft hatten. Mein Freund Anton war zu Besuch, Ben aus meinem Team, Christina aus einem anderen PAIS Team und Annika, ein Mädchen, das zwar aus Hamburg kommt, aber, das ich erst hier in Australien kennengelernt habe. Sie wohnt von meiner Gemeinde aus, nur 10 Minuten entfernt, auch in einer Gastfamilie. Schon am Anfang meines Auslandsaufenthalts habe ich sie kennengelernt und sofort ins Herz geschlossen. Im Laufe des Jahres haben wir uns regelmäßig getroffen und einander immer besser kennengelernt. Das Schönste aber war, zu sehen, wie Annika Gott kennengelernt hat. Sie ist ein total offener Mensch und wollte von Anfang an auch mit in unsere Gemeinde zum Gottesdienst kommen und sie hat sich sofort wohl gefühlt. Seit dem ist sie bei vielen Gottesdiensten dabei gewesen und hat nicht nur dort Gottes Liebe gespürt, wie sie erzählt hat, sondern auch durch den Umgang in meiner Gastfamilie am Weihnachtsfest, oder durch gemeinsames beten, in Gesprächen oder im Lobpreis. Sie hat bemerkt, dass dort irgendetwas ist, dass ihr Herz Liebe und Frieden schenkt. Als sie vor ein paar Tagen wieder nach Deutschland geflogen ist, war das Erste, was sie mich gefragt hat, ob ich für sie beten kann. Einfach total schön zu sehen, wie Gott nicht nur in meiner Arbeit, sondern auch durch solche Begegnungen wirkt.
Nicht nur Annika hat mein Weihnachten besonders gemacht, sondern natürlich auch, dass mein Anton dabei sein konnte. Natürlich ist es nicht einfach, so lange voneinander getrennt zu sein, aber wir durften erfahren, dass auch in solchen Umständen, Gott seinen Plan hat. Wir sind in dieser Zeit unglaublich gewachsen – einzeln aber auch zusammen. Es ist wirklich unglaublich zu sehen, wie Gott in unserer Beziehung wirkt und wie er seinen Plan mit uns hat, auch wenn wir tausende Kilometer von einander entfernt sind. Auch diese Erfahrungen ist ein absoluter Segen für meine Zeit hier.
Ja es war schon ein besonders Weihnachtsfest…

Jüngerschaft leben

Bevor ich angefangen habe diesen Blog zu schreiben, habe ich mir meine Liste zu den Gebetsanliegen im letzten Blog durchgelesen und dort habe habe ich unter anderem, um Gebet für meine Mädchen-Mentoring Gruppe gebeten.
In meinem Einsatz hier in Australien ist mir besonders aufgefallen, wie wichtig das Mentoring ist. Wie wichtig es ist, anderen dabei zu helfen im Glauben zu wachsen und sie zu Jüngern Jesu zu machen. Das ist unsere Aufgabe als Christen. Und wir brauchen nicht alles verstanden zu haben, um dies tun zu können. Gott nutzt uns, wo auch immer wir gerade sind und mit all den Gaben, die er uns gegeben hat. Recht früh habe ich ein paar Mädels aus meiner Gemeinde und meiner Schule kennengelernt, mit denen ich mich immer wieder treffe, um sie persönlich in ihrem Glauben zu begleiten. Rückblickend darf ich schon die Frucht davon sehen und das ist unglaublich. Vor allem bei einer der Mädchen. Marnie, sie ist einer der Töchter unseres Pastors Andrews und sehr schüchtern, unsicher und zurückhaltend. Im Laufe des Jahres durfte ich immer wieder sehen, wie sie ein Schritt gewachsen ist und selbstbewusster wurde. Ich hatte viele tolle Gespräche mit ihr und hatte das Gefühl, sie konnte sich mir gegenüber öffnen. Vor ein paar Tagen hat sie mir dann erzählt, dass sie sich nun taufen lassen möchte und ob ich sie taufen könnte.
In der Arbeit für Gottes Königreich werden wir nicht immer die Frucht, von dem, was wir ausgesät haben, sehen. Manchmal dürfen wir sie sofort sehen, manchmal dauert es Jahre, um nur den ersten kleinsten Wachstum sehen zu können und manchmal werden wir auch gar nichts davon sehen. Aber das ist auch okay. Das ist nicht unsere Aufgabe. Gott nutzt uns um seine Liebe und sein Wort in die Herzen anderer Menschen zu säen, aber er ist der Gärtner. Wir dürfen beim Wachstum helfen, und die Saat bewässern oder düngen, durch Mentoring zum Beispiel. Aber er ist für den eigentlichen Wachstum zuständig. Mir fällt dadurch so eine riesen Last von den Schultern, weil ich weiß, dass Gott alles unter Kontrolle hat und sein Plan und seine Zeit perfekt ist und ich mich ihm nur einfach immer wieder hingeben muss, damit er mich für seinen Plan nutzen kann. Und ich bin so dankbar, dass ich in diesem Falle, die Frucht von seinem Plan sehen darf und sehen darf, wie einer meiner Mentees sich dazu entschieden hat, sich taufen zu lassen und dass Gott mich sogar dafür nutzt sie zu taufen.
Auch ich selbst durfte erfahren, wie unglaublich wichtig es ist, dass wir Menschen haben, die in unseren Glauben investieren. Im vergangenem Jahr ist meine Freundschaft zu Monika aus meinem Team immer tiefer gewachsen. Sie ist nicht nur eine sehr wichtige Freundin geworden, sondern auch meine Mentorin. Durch sie durfte ich so viel erleben und lernen. Ihre tiefe und authentische Beziehung zu Jesus hat mich unglaublich inspiriert und sie hat in so vielen Situationen in mich investieren können. Gott hat durch sie unglaubliche Dinge in meinem Herzen verändert.
Ich möchte jeden da draußen dazu ermutigen, in den Glauben von jemanden zu investieren und auch in seinen Glauben investieren zu lassen.

Matthäus 28:19 – Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

 

Update vom PAIS Team

Auch unsere Gemeinde- und Schularbeit trägt viele Früchte. In den Pausen haben wir tolle Gespräche mit den Schülern, unser Pausen Programm am Freitag „Fresh Friday“ läuft weiterhin super und es kommen immer wieder neue Schüler dazu. In der Gemeinde haben wir als PAIS Team viele Aufgaben in der Jugendarbeit übernommen, wie das Halten von Andachten in den Kinder- und Jugendprogrammen, das Organisieren von Spielen oder das Leiten von Kleingruppen. Über die Osterferien durften wir wieder bei einem christlichen Kindercamp im Leiterteam dabei sein. Wie auch beim vergangenem Camp im September, war dieses ein voller Erfolg. Camps sind einfach immer super, um in junge Menschen zu investieren. Camps bringen eine besondere Atmosphäre mit sich, in der sich Kinder besser öffnen können. Wir hatten wirklich tolle Gespräche mit den Kids und viele haben etwas aus den Andachten und den Gesprächen in den Kleingruppen mitnehmen können.

Ostern: Meer, Sonnenaufgang und 20 Taufen

Dieses Ostern war, ebenso wie Weihnachten, absolut besonders. Meine jüngste Gastschwester Eloise hat ein paar Wochen vor dem Fest ihr Leben Jesus gegeben. Sie ist gerade mal erst Elf aber hat durch die Predigt in einen unser Abendgottesdienste total verstanden, was Jesus für sie getan hat. Am selben Abend, saß sie alleine in ihrem Zimmer und hat dort Jesus gefragt, ob er ihr all ihre Sünde abnehmen und in ihr Herz kommen kann. In dieser Nacht hat sie sich auch dazu entschieden sich taufen zu lassen. Am Ostermorgen um 6 Uhr am Strand wurde also nicht nur Eloise, sondern auch 20 Weitere aus meiner und anderen Gemeinden getauft. Darunter meine beiden anderen Gastschwestern Maddy und Charlotte, Hannah aus meinem Team und auch einer der Kinder vom Feriencamp, das sich noch auf dem Camp bekehrt hatte.
Es war ein wunderschöner Gottesdienst bei Sonnenaufgang, zusammen mit vielen verschiedenen Gemeinden von der Gold Coast. Für mich war es ganz besonders schön, weil ich dabei war, wie meine Gastschwestern und meine Freundin getauft wurden aber auch, weil meine Eltern dabei sein konnten. Zwei Wochen zuvor waren sie mich als Überraschung besuchen gekommen und ich kann das Gefühl, als sie plötzlich in meiner Küche standen, nicht in Worte fassen. Im Leben hätte ich nicht damit gerechnet, dass die Beiden, vor allem meine Mama, sich ins Flugzeug setzen und mal eben ans andere Ende der Welt fliegen. Wie auch schon zuvor bei den Besuchen meiner Schwestern, die mich übrigens auch alle besuchen gekommen sind, war es auch dieses mal eine wunderschöne Zeit zusammen.

Nur noch 2 Monate…

Nun geht es langsam dem Ende zu und rückblickend auf die Zeit hier durfte ich sehen, wie Gott in so vielen Bereichen gewirkt hat, sodass ich total gespannt auf die letzten zwei Monate bin. Und in diesen letzten zwei Monaten wird noch so viel auf mich und mein Team zukommen, in der wir ganz viel Gebet gebrauchen können. Die nächsten zwei Wochen werden wir wieder ein „Because you are loved“ Projekt in der Schule starten, bei dem wir fünf Events geplant haben: Brownies backen und mit ermutigenden Notizen an die Lehrer verteilen, Autos für die Lehrer waschen, ein Schnuppertag für verschiedene Jugendgruppen im Umkreis, ein Missionstag im Altersheim und ein Bible Study Event in der Schule. An all diesen Events sind Schüler beteiligt und wir freuen uns wirklich auf eine tolle Zeit zusammen in der wir gemeinsam Gottes Liebe in unser Umfeld bringen. Außerdem steht für uns als PAIS Team und unsere Gemeinde ein großer Missionseinsatz von zweieinhalb Wochen nach Normanton an. Normanton ist ein Dorf, dass vier Tage An- und Abreise mit dem Auto entfernt von uns ist und in dem australische Aborigines leben. In diesem Dorf werden wir eine ganz andere Seite von Australien kennenlernen. Die Umstände dort werden einem Dritte-Welt-Land ähneln und die Menschen leben in einer ganz anderen australischen Kultur, wie die, die uns bekannt ist. In Normanton werden wir zusammen mit unserer Gemeinde eine Schutzmauer für ein Frauenwohnheim bauen, in dem Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, wohnen sollen. Ich freue mich schon total auf diesen Trip, auf die Gemeinschaft mit meinem Team und mit meiner Gemeinde aber vor allem bin ich total gespannt darauf Normanton und seine Einwohner kennenzulernen und natürlich den betroffenen Frauen zu helfen. Gerade für diesen Einsatz können wir ganz viel Gebet gebrauchen, da wir auf viele Schicksale und Familien, die mit Alkoholproblemen und sexuellem Missbrauch zu haben, treffen werden. Es wird allgemein eine sehr ungewohnte Erfahrungen, die einige Herausforderungen mit sich bringt.

Ich danke euch für all eure Gebete.

Ganz liebe Grüße,

Lisa