Alles über meinen Einsatz in Australien

Auf gehts nach Down Under!

Die Koffer sind gepackt, die Reiseunterlagen sind alle beisammen, Freunde und Familie wurden nochmal in den Arm genommen – Es konnte also los gehen. Am 25. Juli um 21:30 Uhr starte mein Flieger ans andere Ende der Welt. Ich sollte ein Jahr alles hinter mir lassen. Meine Familie, meine Freunde, mein gewohntes Umfeld und meine Gemeinde. Und ich war noch nicht einmal aufgeregt. Der Tag des Abflugs war gekommen und er fühlte sich an, wie jeder andere Tag. Mit einigen Abschiedstränen ließ ich meine Familie an der Sicherheitskontrolle hinter mir und startete mit vier weiteren Pais-Mädels auf die Reise nach Down Under. Um dort hinzugelangen benötigte es einen kurzen Zwischenstopp von vier Stunden in Dubai. Nach weiteren vierzehn Stunden Flug mit leckerem und reichlichem Essen und, zu meinem Glück, genügend Schlaf am Fensterplatz, erreichten wir Fünf unser Ziel in Brisbane. Dort angekommen stellte ich auch schon den ersten kulturellen Unterschied fest. Die Flughafenkontrolle empfing uns wie einen alten Freund, den man lange nicht gesehen hatte und selbst bei meiner Extra-Sicherheitskontolle, auf Grund meiner mitgebrachten Hundeleckerlies, wurde ich super freundlich empfangen. Ja, die Hundeleckerlies, die ich als Gastgeschenk für den Hund meiner Gastfamilie mitgebracht hatte, musste ich der Flughafenkontrolle aushändigen, aber sie brachten mich sonst in keine weiteren Schwierigkeiten, sodass der Flug einwandfrei vonstatten ging.

Wie war dein Vorbereitungsseminar?

In Brisbane sollten alle von Pais-Australien und Pais-Neuseeland erst einmal ein zwei-wöchiges Seminar besuchen, das Foundational Training (FT). Dort wurden uns von den Nationaldirektoren und verschiedenen Gastrednern die Prinzipien von Pais, die sogenannten „Kingdom Principles“ ans Herz gelegt. Paul Gibbs, der Gründer von Pais, hat diese in drei Kategorien unterteilt: Mission, Decipleship und Study. Das sind also unsere Grundlegenden Aufgaben. Missionieren, also jungen Erwachsenen von Jesus erzählen, die ihn noch nicht kennen, Jüngerschaft, also diese Menschen zu Jüngern Jesu machen, indem man ihnen dieses vorlebt aber sie auch dazu ausrüstet („Missionaries making Missionaries“). Und zu guter letzt, das Studieren der Bibel. Für alle dieser drei Bereiche gibt es ein sogenanntes Tool, also ein Werkzeug mit denen man missionieren, Jünger ausrüsten und die Bibel studieren kann. Für die Kategorie Mission gibt das Tool „Because you are loved“, für die Kategorie Dicipleship gibt es das Tool „The Flow“ und für die Kategorie „Study“ gibt es das Tool „Haverim“. Wenn du dazu gerne mehr erfahren möchtest, dann klick gerne auf die einzelnen Tools.
Das FT war nicht nur informativ und hilfreich, sondern vor allem prägend und tief gehend. Wir alle haben wirklich viel von dem Seminar mitgenommen und fühlen uns nun ausgerüstet, um in den Schulen und Gemeinden zu dienen.

Wie sehen deine Schule & deine Gemeinde aus?

Das Hillcrest Christian College ist, wie der Name schon sagt, eine christliche Schule mit über 1300 Schülern, die alle eine Schuluniform tragen müssen. Die Schule ist aufgeteilt in eine Junior School (Jahrgang 1-6) und einer Senior School (Jahrgang 6-12). Beide Jahrgänge feiern wöchentlich einen kleinen Gottesdienst, den die Schüler durch Musik, Andacht, Gebet und Moderation mit gestalten. Die Junior- und Senior School ist jeweils nochmal in verschiedene Häuser unterteilt, die jeweils einer Farbe zugeordnet sind. Es gibt dann nicht wie bei Harry Potter die Häuser Gryffindor, Ravenclaw, Slytherin und Hufflepuff, sondern die Häuser Blau, Gelb, Grün und Orange. Jedes Haus trifft sich täglich in ihrer sogenannten „Smallgroup“, welche man sich wie ein Hauskreis vorstellen kann. Die Schüler hören zu ihrem jeweiligen Thema eine Andacht, spielen dazu etwas oder bearbeiten Aufgaben, mit einem angefertigten Themenbuch.
Weitergehend bietet die Schule auch Mentoring an, indem die älteren Schüler die jüngeren Schüler mentoren. In Hillcrest wird besonders viel Wert auf den Umgang miteinander nach christlichen Werten gelegt. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ könnte also das Motto des christlichen College sein.
Das hört sich doch alles klasse und super christlich an. Wozu muss denn da noch missioniert werden? Dass dieses College unter christlichen Händen geleitet wird, heißt noch lange nicht, dass jeder Schüler dort sein Leben mit Jesus lebt. Der Sozialarbeiter der Hillcrest Schule, Tim, vermutet, dass über 70% der Schüler keine Christen sind. Sie kommen aus einem christlichen Elternhaus oder vielleicht noch nicht mal das und haben aber noch keine eigenen Erfahrungen im Glauben gemacht und wollen vielleicht mehr von Jesus erfahren. Ihnen fehlt der persönliche Bezug und ein Start in eine Beziehung mit Jesus. Und da kommen unter anderem wir als Pais Team ins Spiel. Wir sind hauptsächlich dazu da um Beziehungen zu den Schülern aufzubauen, ihnen als Team eine Gemeinschaft mit Jesus in der Mitte vorzuleben und ihr Ansprechparter zu sein. Wir wollen in den „Smallgroups“ und in den Pausen den Schülern begegnen, Einzelne Mentoren und uns in ihren wöchentliche Gottesdienst mit einbringen. Unser Ziel dabei ist es, die Schüler ein Stück in ihrem Glauben zu begleiten und voranzubringen und sie dann aber auch dazu ausrüsten, um das selbe mit ihren Mitschülern zu tun, wenn wir nach einem Jahr nicht mehr da sind.

Neben der Schule abreiten wir auch in einer Baptisten Gemeinde, der „Reedy Creek Baptist Church“, die auch mit der Hillcrest Schule zusammenarbeitet. Am Sonntag gibt es zwei Gottesdienste. Einen um 9:00 Uhr, der mit rund 200-300 Besuchern gefüllt ist und einen kleineren Gottesdienst um 17:00 Uhr mit gemeinsamen Abendessen. Wir als Pais-Team sind in die Gottesdienste, wie auch in drei unterschiedliche Programme für die Jugendlichen und Kinder involviert, in denen gespielt, Andachten gehalten werden und Kleingruppen zusammenkommen. Die Gottesdienste und Programme werden von drei unterschiedlichen Pastoren geleitet. David Moyes (Senior Pastor), Andrew Rienecker (Kinder- und Jugend Pastor) und Robby Townsen (Missions Pastor). In unserer Gemeinde haben wir auch ein Büro, in dem wir Veranstaltungen, Mentoring-Sessions, oder Haverim Stunden vorbereiten können.

Wie ist deine Gastfamilie?

Die ersten zwei Wochen während des FT‘s war ich in Brisbane bei einem jungen Ehepaar untergebracht. Courtney (26) und Matt (28) haben mich wirklich super herzlich aufgenommen und ich hatte eine total tolle und vor allem witzige Zeit mit ihnen. In ihrem Haus, in Ormeau Hills, hatte ich eine unglaubliche Aussicht über den Vorort von Brisbane. Courtney ist außerdem Lehrerin an dem Hillcrest Christian College, sodass ich schon, bevor wir angefangen haben dort zu arbeiten, einen Eindruck von der Schule gewinnen konnte.

Nach dem Foundational Training wurden wir dann zu unseren finalen Gastfamilien zugeteilt. Ich bin in den Süden, an die Gold Coast nach Bonogin, zu der liebevollen „Familie Blackwell“ gezogen. Janelle und Nate und ihre Kinder Maddy (16), Charlotte (14) und Eloise (11) haben mich überwältigend herzlich empfangen. Die Familie ist eine aufgeweckte, fröhliche und vor allem unglaublich liebevolle Familie. In dem, wie ich es liebevoll nenne, Dschungel Australiens, hat meine Gastfamilie aus ihrer Garage liebevoll ein eigenes Zimmer für mich hergerichtet. Ich wurde mit einem Kuschelbär Koala, einem Bild von meiner Familie zu Zuhause und weiteren Willkommens-Aufmerksamkeiten, herzlich empfangen. Ich bin wirklich gerührt von der Fürsorglichkeit dieser Familie und kann mich hier einfach wie Zuhause fühlen. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich, wie Zuhause, drei Schwestern um mich habe, mit dem kleinen Unterschied, dass ich nun die Älteste bin.
Ich bin wirklich total gesegnet mit den Menschen, die ich um mich herum habe und bin Gott dafür unendlich dankbar.

Das war es soweit zu meinem ersten Update aus Australien. Im nächsten Blog erzähle ich etwas mehr zu unseren ersten Einsätzen in der Gemeinde und in der Schule. Seid also gespannt!

Ganz herzliche australische Grüße,

Lisa

Ein Gedanke zu „Alles über meinen Einsatz in Australien

  1. Liebe Lisa,
    wie schön, von dir zu hören. Dein Bericht klingt sagenhaft, die Familie scheint ein richtiger Glückstreffer zu sein – wie gut Gott ist!
    Ich wünsche jede Menge Segen und reiche Begegnungen und Erlebnisse „Down under“.
    Grüße aus dem Schmuddelherbst,
    Birgit 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.