Es gibt eine Menge zu erzählen…

Halli Hallo ihr Lieben,

Lang ist es her, dass ich hier mal ein Update gegeben habe aber ja, ich lebe noch. Es ist viel passiert und auch wenn es wahrscheinlich zu viel ist, um alles zu erzählen, möchte ich euch von einigen Dingen erzählen, die Gott in meinem Leben und in meiner Arbeit die letzten Monate hier in Australien getan hat.

Ein unvergleichliches Weihnachtsfest

Mein Weihnachten war dieses Jahr nicht nur besonders, weil wir bei 35 Grad nach dem Grillen, unseren Tag im Pool verbracht haben, sondern vor allem, weil wir eine ganz tolle Gemeinschaft hatten. Mein Freund Anton war zu Besuch, Ben aus meinem Team, Christina aus einem anderen PAIS Team und Annika, ein Mädchen, das zwar aus Hamburg kommt, aber, das ich erst hier in Australien kennengelernt habe. Sie wohnt von meiner Gemeinde aus, nur 10 Minuten entfernt, auch in einer Gastfamilie. Schon am Anfang meines Auslandsaufenthalts habe ich sie kennengelernt und sofort ins Herz geschlossen. Im Laufe des Jahres haben wir uns regelmäßig getroffen und einander immer besser kennengelernt. Das Schönste aber war, zu sehen, wie Annika Gott kennengelernt hat. Sie ist ein total offener Mensch und wollte von Anfang an auch mit in unsere Gemeinde zum Gottesdienst kommen und sie hat sich sofort wohl gefühlt. Seit dem ist sie bei vielen Gottesdiensten dabei gewesen und hat nicht nur dort Gottes Liebe gespürt, wie sie erzählt hat, sondern auch durch den Umgang in meiner Gastfamilie am Weihnachtsfest, oder durch gemeinsames beten, in Gesprächen oder im Lobpreis. Sie hat bemerkt, dass dort irgendetwas ist, dass ihr Herz Liebe und Frieden schenkt. Als sie vor ein paar Tagen wieder nach Deutschland geflogen ist, war das Erste, was sie mich gefragt hat, ob ich für sie beten kann. Einfach total schön zu sehen, wie Gott nicht nur in meiner Arbeit, sondern auch durch solche Begegnungen wirkt.
Nicht nur Annika hat mein Weihnachten besonders gemacht, sondern natürlich auch, dass mein Anton dabei sein konnte. Natürlich ist es nicht einfach, so lange voneinander getrennt zu sein, aber wir durften erfahren, dass auch in solchen Umständen, Gott seinen Plan hat. Wir sind in dieser Zeit unglaublich gewachsen – einzeln aber auch zusammen. Es ist wirklich unglaublich zu sehen, wie Gott in unserer Beziehung wirkt und wie er seinen Plan mit uns hat, auch wenn wir tausende Kilometer von einander entfernt sind. Auch diese Erfahrungen ist ein absoluter Segen für meine Zeit hier.
Ja es war schon ein besonders Weihnachtsfest…

Jüngerschaft leben

Bevor ich angefangen habe diesen Blog zu schreiben, habe ich mir meine Liste zu den Gebetsanliegen im letzten Blog durchgelesen und dort habe habe ich unter anderem, um Gebet für meine Mädchen-Mentoring Gruppe gebeten.
In meinem Einsatz hier in Australien ist mir besonders aufgefallen, wie wichtig das Mentoring ist. Wie wichtig es ist, anderen dabei zu helfen im Glauben zu wachsen und sie zu Jüngern Jesu zu machen. Das ist unsere Aufgabe als Christen. Und wir brauchen nicht alles verstanden zu haben, um dies tun zu können. Gott nutzt uns, wo auch immer wir gerade sind und mit all den Gaben, die er uns gegeben hat. Recht früh habe ich ein paar Mädels aus meiner Gemeinde und meiner Schule kennengelernt, mit denen ich mich immer wieder treffe, um sie persönlich in ihrem Glauben zu begleiten. Rückblickend darf ich schon die Frucht davon sehen und das ist unglaublich. Vor allem bei einer der Mädchen. Marnie, sie ist einer der Töchter unseres Pastors Andrews und sehr schüchtern, unsicher und zurückhaltend. Im Laufe des Jahres durfte ich immer wieder sehen, wie sie ein Schritt gewachsen ist und selbstbewusster wurde. Ich hatte viele tolle Gespräche mit ihr und hatte das Gefühl, sie konnte sich mir gegenüber öffnen. Vor ein paar Tagen hat sie mir dann erzählt, dass sie sich nun taufen lassen möchte und ob ich sie taufen könnte.
In der Arbeit für Gottes Königreich werden wir nicht immer die Frucht, von dem, was wir ausgesät haben, sehen. Manchmal dürfen wir sie sofort sehen, manchmal dauert es Jahre, um nur den ersten kleinsten Wachstum sehen zu können und manchmal werden wir auch gar nichts davon sehen. Aber das ist auch okay. Das ist nicht unsere Aufgabe. Gott nutzt uns um seine Liebe und sein Wort in die Herzen anderer Menschen zu säen, aber er ist der Gärtner. Wir dürfen beim Wachstum helfen, und die Saat bewässern oder düngen, durch Mentoring zum Beispiel. Aber er ist für den eigentlichen Wachstum zuständig. Mir fällt dadurch so eine riesen Last von den Schultern, weil ich weiß, dass Gott alles unter Kontrolle hat und sein Plan und seine Zeit perfekt ist und ich mich ihm nur einfach immer wieder hingeben muss, damit er mich für seinen Plan nutzen kann. Und ich bin so dankbar, dass ich in diesem Falle, die Frucht von seinem Plan sehen darf und sehen darf, wie einer meiner Mentees sich dazu entschieden hat, sich taufen zu lassen und dass Gott mich sogar dafür nutzt sie zu taufen.
Auch ich selbst durfte erfahren, wie unglaublich wichtig es ist, dass wir Menschen haben, die in unseren Glauben investieren. Im vergangenem Jahr ist meine Freundschaft zu Monika aus meinem Team immer tiefer gewachsen. Sie ist nicht nur eine sehr wichtige Freundin geworden, sondern auch meine Mentorin. Durch sie durfte ich so viel erleben und lernen. Ihre tiefe und authentische Beziehung zu Jesus hat mich unglaublich inspiriert und sie hat in so vielen Situationen in mich investieren können. Gott hat durch sie unglaubliche Dinge in meinem Herzen verändert.
Ich möchte jeden da draußen dazu ermutigen, in den Glauben von jemanden zu investieren und auch in seinen Glauben investieren zu lassen.

Matthäus 28:19 – Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

 

Update vom PAIS Team

Auch unsere Gemeinde- und Schularbeit trägt viele Früchte. In den Pausen haben wir tolle Gespräche mit den Schülern, unser Pausen Programm am Freitag „Fresh Friday“ läuft weiterhin super und es kommen immer wieder neue Schüler dazu. In der Gemeinde haben wir als PAIS Team viele Aufgaben in der Jugendarbeit übernommen, wie das Halten von Andachten in den Kinder- und Jugendprogrammen, das Organisieren von Spielen oder das Leiten von Kleingruppen. Über die Osterferien durften wir wieder bei einem christlichen Kindercamp im Leiterteam dabei sein. Wie auch beim vergangenem Camp im September, war dieses ein voller Erfolg. Camps sind einfach immer super, um in junge Menschen zu investieren. Camps bringen eine besondere Atmosphäre mit sich, in der sich Kinder besser öffnen können. Wir hatten wirklich tolle Gespräche mit den Kids und viele haben etwas aus den Andachten und den Gesprächen in den Kleingruppen mitnehmen können.

Ostern: Meer, Sonnenaufgang und 20 Taufen

Dieses Ostern war, ebenso wie Weihnachten, absolut besonders. Meine jüngste Gastschwester Eloise hat ein paar Wochen vor dem Fest ihr Leben Jesus gegeben. Sie ist gerade mal erst Elf aber hat durch die Predigt in einen unser Abendgottesdienste total verstanden, was Jesus für sie getan hat. Am selben Abend, saß sie alleine in ihrem Zimmer und hat dort Jesus gefragt, ob er ihr all ihre Sünde abnehmen und in ihr Herz kommen kann. In dieser Nacht hat sie sich auch dazu entschieden sich taufen zu lassen. Am Ostermorgen um 6 Uhr am Strand wurde also nicht nur Eloise, sondern auch 20 Weitere aus meiner und anderen Gemeinden getauft. Darunter meine beiden anderen Gastschwestern Maddy und Charlotte, Hannah aus meinem Team und auch einer der Kinder vom Feriencamp, das sich noch auf dem Camp bekehrt hatte.
Es war ein wunderschöner Gottesdienst bei Sonnenaufgang, zusammen mit vielen verschiedenen Gemeinden von der Gold Coast. Für mich war es ganz besonders schön, weil ich dabei war, wie meine Gastschwestern und meine Freundin getauft wurden aber auch, weil meine Eltern dabei sein konnten. Zwei Wochen zuvor waren sie mich als Überraschung besuchen gekommen und ich kann das Gefühl, als sie plötzlich in meiner Küche standen, nicht in Worte fassen. Im Leben hätte ich nicht damit gerechnet, dass die Beiden, vor allem meine Mama, sich ins Flugzeug setzen und mal eben ans andere Ende der Welt fliegen. Wie auch schon zuvor bei den Besuchen meiner Schwestern, die mich übrigens auch alle besuchen gekommen sind, war es auch dieses mal eine wunderschöne Zeit zusammen.

Nur noch 2 Monate…

Nun geht es langsam dem Ende zu und rückblickend auf die Zeit hier durfte ich sehen, wie Gott in so vielen Bereichen gewirkt hat, sodass ich total gespannt auf die letzten zwei Monate bin. Und in diesen letzten zwei Monaten wird noch so viel auf mich und mein Team zukommen, in der wir ganz viel Gebet gebrauchen können. Die nächsten zwei Wochen werden wir wieder ein „Because you are loved“ Projekt in der Schule starten, bei dem wir fünf Events geplant haben: Brownies backen und mit ermutigenden Notizen an die Lehrer verteilen, Autos für die Lehrer waschen, ein Schnuppertag für verschiedene Jugendgruppen im Umkreis, ein Missionstag im Altersheim und ein Bible Study Event in der Schule. An all diesen Events sind Schüler beteiligt und wir freuen uns wirklich auf eine tolle Zeit zusammen in der wir gemeinsam Gottes Liebe in unser Umfeld bringen. Außerdem steht für uns als PAIS Team und unsere Gemeinde ein großer Missionseinsatz von zweieinhalb Wochen nach Normanton an. Normanton ist ein Dorf, dass vier Tage An- und Abreise mit dem Auto entfernt von uns ist und in dem australische Aborigines leben. In diesem Dorf werden wir eine ganz andere Seite von Australien kennenlernen. Die Umstände dort werden einem Dritte-Welt-Land ähneln und die Menschen leben in einer ganz anderen australischen Kultur, wie die, die uns bekannt ist. In Normanton werden wir zusammen mit unserer Gemeinde eine Schutzmauer für ein Frauenwohnheim bauen, in dem Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, wohnen sollen. Ich freue mich schon total auf diesen Trip, auf die Gemeinschaft mit meinem Team und mit meiner Gemeinde aber vor allem bin ich total gespannt darauf Normanton und seine Einwohner kennenzulernen und natürlich den betroffenen Frauen zu helfen. Gerade für diesen Einsatz können wir ganz viel Gebet gebrauchen, da wir auf viele Schicksale und Familien, die mit Alkoholproblemen und sexuellem Missbrauch zu haben, treffen werden. Es wird allgemein eine sehr ungewohnte Erfahrungen, die einige Herausforderungen mit sich bringt.

Ich danke euch für all eure Gebete.

Ganz liebe Grüße,

Lisa

Zwischen schlaflosen Nächten und Gottes Wundern

Hallo alle zusammen!
Ich melde mich wieder zurück, um von dem wunderschönem November zu berichten.

Am Anfang diesen Monats hatte ich die Möglichkeit, in meiner Gemeinde ein wenig über die Unterschiede zwischen einer australischen und einer deutschen Gemeinde zu berichten und speziell über die Unterschiede zwischen der Baptisten Gemeinde, in der ich hier bin, und der Andreas Gemeinde. Da ich aber einen Blogbeitrag zum Thema „kulturelle Unterschiede“ geplant habe und dieser Eintrag durch zwei Erlebnisse diesen Monats schon mehr als gefüllt ist, werde ich das Resultat dieses Vergleichs in den nächsten Blog einfließen lassen.

Ich erzähle in meiner Gemeinde über die Unterschiede zwischen deutschen und australischen Gemeinden. mehr dazu im nächsten Blog.

Eine schlaflose Nacht

Ein spannendes Erlebnis diesen Monat war der Abschlussball meiner Schule. Da wir hier in Australien ja umgekehrte Jahreszeiten haben, endet die Schule auch am Ende des Jahres, um im Dezember/Januar Sommerferien haben zu können.
Ende November gab es hier also den Abschlussball für den 12. Jahrgang (es gibt hier nur 12 Jahrgänge). Der sieht hier ein wenig anders aus, als daheim. Um 7:00 Uhr morgens gab es in der Schule ein Frühstück für den ganzen Jahrgang mit den Eltern und den Lehrern zusammen. Danach gab es eine Entlassungsfeier, in der der Abschlussjahrgang ihre Zeugnisse und besondere Auszeichnungen bekommt und bei der die ganze Schule dabei ist. Auch wir waren Teil dieser Zeremonie. Was mir besonders auffällt ist, dass hier in der Schule alles sehr viel seriöser ist. Egal ob es die Schuluniformen oder eben solche Veranstaltungen sind. Nach der Zeremonie hat die ganze Schule einen Menschentunnel vor dem Ausgang der Festhalle gebildet, der um das ganze Schulgelände ging. Die Schule nennt das den „Walk of Honor“ und er ist dafür da, um die Schüler, die die Schule verlassen, zu ehren und zu verabschieden. Ich fand diese Geste sehr schön und bewegend. Der Nachmittag ist dann dafür da, um sich fertig für den Ball zu machen. Am Abend kommt dann jeder Schüler, mit seinem Date in einem luxuriösem und außergewöhnlichem Auto vor die Festhalle gefahren, wo Freunde, Familie und Mitschüler am roten Teppich auf die Abschlussschüler warten, um sie mit Applaus in Empfang zu nehmen. Für einen Augenblick habe ich gedacht, ich wäre in Amerika und nicht in Australien…
Während die Schüler bei ihrem Ball gegessen und getanzt haben, haben wir als Pais Team in einem Gemeindehaus in der Nähe die „After-Show-Party“ vorbereitet. Dafür wurden verschiedene Hüpfburgen, eine Fotoboxen und Naschis und Getränke für die Schüler aufgebaut. Als sie dann kurz nach 00:00 Uhr in der Gemeinde ankamen, wurde weitergefeiert… soweit die Kraft reichte. Damit war das Fest aber noch nicht vorbei. Um 3 Uhr morgens ging es für die Schüler in das, eine Stunde entfernte, Byron Bay. Die Hälfte von uns Paislern ist mit den Schülern einen kleinen Berg hoch zu dem östlichsten Punkt Australiens gewandert, um dort den Sonnenaufgang zu sehen, während der Rest unten am Strand ein großes Frühstück mit Pfannkuchen und Speck für alle vorbereitet hatte. Ich habe das erste Mal einen Sonnenaufgang am Strand gesehen und es war atemberaubend. Ich fand es auch sehr schön, dass der ganze Jahrgang so einen Moment teilen konnte, bevor  jeder seinen eigenen Weg geht… auch wenn die meisten am schlafen waren 😀
Nach einem leckeren Frühstück, sind wir alle nach Hause gefahren und ich glaube, ich bin noch nie so glücklich in mein Bett gefallen… schließlich war es 8:00 Uhr morgens und ich war inzwischen mehr als 24 Stunden wach.
Es war wirklich eine schöne Erfahrung, den Schülern einfach praktisch zu dienen und alles für sie aufzubauen, aufzuräumen und mit ihnen noch letzte Gespräche zu haben. Die Schüler waren uns für unsere Hilfe sehr dankbar und haben gesehen, dass wir das alles nur machen, um ihnen einen schönen Abend zu ermöglichen. Auch wenn ich noch die nächsten Tage von dieser Nacht gut hatte, bin ich wirklich sehr froh, diese Erfahrung gemacht zu haben.

Wir haben einen Gott, der Wunder tut!

Ein Erlebnis diesen Monats möchte ich noch unbedingt mit euch teilen. Ich durfte nämlich das erste Mal auf der Straße evangelisieren. In Australien gibt es jedes Jahr für die Abschlussschüler ein riesiges Festival direkt an der Gold Coast, das „Schoolies“ heißt. Eine Woche lang kommen tausende Schüler von überall her und feiern ihren Schulabschluss. Clubs und Bars machen extra für die Schüler auf, am Strand gibt es riesige Bühnen mit Musik und die ganze Stadt ist mit Jugendlichen gefüllt. Eigentlich eine schöne Idee, zusammen seine vergangene Schulzeit zu feiern, doch viele Schüler betrinken sich dort über die Maßen, einige wissen ihre Grenzen nicht, Drogen werden in Massen konsumiert und auch Krankenhausaufenthalte und Vergewaltigungen sind keine Seltenheit. Eine christliche Organisation „Red Frogs“ ist daher auf den Straße unterwegs, um ein Auge auf die Schüler zu haben. Die „Red Frogs“ sind ihre Ansprechpartner, sie fahren betrunkene Schüler nach Hause, machen Pfannkuchen für sie, bringen sie,wenn nötig, ins Krankenhaus und versorgen sie mit Wasser. Die Organisation machte wirklich eine super gute und wichtige Arbeit, doch da sie vom Staat unterstützt wird, dürfen die Mitarbeiter nicht direkt evangelisieren und den Schülern von Gott erzählen, wenn die Schüler sie nicht selber zu dem Thema etwas fragen.
Aufgrund dessen hat eine Gemeinde entschieden, dass sie gerne ohne die Unterstützung des Staates während des Festivals evangelisieren möchte. Eine Woche lang haben wir uns also um 19:00 Uhr abends in der Gemeinde getroffen und Lobpreis gemacht, gebetet und uns einfach auf das evangelisieren, geistig vorbereitet. Die Gemeinde, in der das stattfand, war eine sehr charismatische Gemeinde, was für mich immer noch ziemliches Neuland ist. Ich habe dort Dinge erlebt, die ich zum einen wirklich sehr cool und bestärkend fand und mir auf jeden fall in meinem spirituellem Wachstum geholfen hat, aber einige Dinge waren mir immer noch suspekt.
Um ungefähr 22:30 Uhr ging es dann los. Mit großen Schildern auf denen „Jesus liebt dich“, „Du bist erwählt“ oder „Freie Heilung“ stand, sind wir mit ungefähr 20-30 Leuten auf die Straßen gegangen. Ich war insgesamt drei Nächte dabei. Am ersten Abend habe ich vorwiegend einfach zugeschaut und geguckt, was die anderen aus der Gruppe machen. Wir waren alle zusammen an einem Ort und haben einfach die Schilder hochgehalten, uns zwischendurch in einen Kreis gestellt und einfach Lobpreis gemacht und manchmal einfach mit den Schülern getanzt und Spaß mit ihnen gehabt. Ich war so erstaunt von der Offenheit der Schüler. Viele kamen einfach auf uns zu und haben uns angeschnackt, was wir hier machen, wollten Fotos mit uns oder einfach mit uns abhängen. Sicherlich hat der Alkohol auch ihre Hemmschwelle verändert und viele haben sich auch einfach über uns lustig gemacht, aber das war ganz egal, denn viele haben dadurch das erste Mal von Jesus und seiner Liebe gehört.
Ich habe gelernt, dass das Evangelisieren vorwiegend einfach das sähen Gottes Liebe in die Herzen der Schüler ist. Oft sieht man also nicht direkt die Frucht, die daraus entsteht, aber vielleicht in ein paar Jahren werden sie sich daran erinnern, wie jemand damals für sie gebet und ihnen erzählt hat, dass jemand sie liebt.
Aber bei vielen Schülern durften wir auch direkt Gottes Güte erfahren. Ich durfte sehen, wie Schüler zu Tränen gerührt wurden, als für sie gebetet wurde, Menschen geheilt wurden und die Schüler immer vertrauerter im Laufe der Woche wurden. Am zweiten Abend hatte ich die Möglichkeit für verschiedene Schüler zu beten und mein coolstes Erlebnis war, als spät in der Nacht zwei Jungs zu mir kamen und der eine mich gefragt hat, ob ich für seinen Freund beten kann, da er sagte, dass einer aus unserer Gruppe schon für ihn selbst gebetet hat und es ihm so viel Kraft gegeben hatte. Ich hatte ein Schild hochgehalten auf dem „Freiheit von Sorgen“ stand. Sein Freund hat mich dann gefragt, ob ich für ihn beten kann, weil er frei von all seinen Sorgen und seiner Angst sein wollte. Ich war total davon begeistert, dass er einfach auf mich zukam und sich mir anvertraut hat. Er hat mir erzählt, dass er total viele Selbstzweifel hat, sich nicht geliebt fühlt und nicht versteht, warum es ihn überhaupt gibt. Nachdem ich ein mega cooles Gespräch mit ihm hatte und ihm erzählt habe, dass er nicht weiß, was für einen Wert er hat und wie unendlich geliebt er ist und was Gott für ihn getan hat, war er total begeistert und wollte immer mehr wissen. Ich habe dann für ihn gebetet und danach war er total erleichtert und voller Energie. Er hatte fast geweint und mich in den Arm genommen und mir so sehr für das Gebet gedankt. An diesem Abend habe ich auch gesehen, wie Schüler die Rückenschmerzen, verstauchte Knöchel oder Lungenschwäche hatten, geheilt wurden. Auch ich durfte für Heilung für ein Mädchen beten , dass am Rand saß und nur darauf gewartet hat, dass jemand auf sie zukommt. Sie hatte Schmerzen im Fuß und nachdem ich für sie gebetet hatte, war ihr Schmerz viel besser.
Es war einfach so cool zu sehen, dass Gott so viele Wunder vollbringt und, dass er uns dafür nutzt, damit er durch uns wirken kann. Ich habe in dieser Woche dieses Privileg total zu schätzen gelernt und mir ist auch klar geworden, dass so viele Menschen so verloren sind und auf der Suche nach Gott und seiner Liebe sind und, dass es unsere Aufgabe ist, diesen Menschen Gottes Liebe nahe zu bringen und das Geschenk, das Gott uns gegeben hat, nicht für uns zu behalten.
Mein krassestes Erlebnis, war allerdings der sechzehn jährige Ethan. Am zweiten Abend habe ich ihn kennengelernt und da er alleine war, hatte er sich oft einfach um uns herum aufgehalten. Ich habe mich viel mit ihm unterhalten und für ihn gebetet. Auch am nächsten Tag kam er wieder und auch viele andere haben für ihn gebetet. Da er Drogen genommen hatte, bin ich davon ausgegangen, dass er nicht wirklich wahrnimmt, was passiert, aber auch die nächsten Tage kam er immer wieder und mehr und mehr haben für ihn gebetet. Ein Mädchen hatte ihn dann eingeladen am nächsten Abend zu der Gemeinde zu kommen, in der wir uns treffen, bevor wir auf die Straße gehen, und er kam wirklich! Und er kam mit einem Strahlen im Gesicht und sagte: „Ich bin heute nüchtern!“. An diesem Abend hat er Jesus sein Herz gegeben und ich glaube, dass er noch nie so sehr in seinem Leben gestrahlt hat. Er ist danach mit uns auf die Straße gegangen, aber nicht um zu feiern, sondern um mit uns zu evangelisieren. Am nächsten Morgen ist er mit ein paar Leuten aus der Gemeinde an den Strand gefahren und hat sich im Meer Taufen lassen. Gott ist so gut! Nun kommt er jeden Sonntag in die Gemeinde und lernt Gott kennen. Dieser Junge hat Gott in der wohl ungewöhnlichsten Umgebung kennengelernt und sich dazu entschieden ihm nachzufolgen. Ich bin einfach so gerührt von Gottes unendlicher Liebe  für uns und für das, was er in dem Leben von Ethan bewirkt hat.

Mit solchen coolen Erlebnissen bin ich jetzt erfüllt und bereit für die kommenden Ferien im Dezember und freu mich auf alles, was ich dort erleben kann.

Falls ihr gerne für mich und meine Arbeit beten wollt, dann wären das wichtige Punkte:
– Für eine Mädchen-Mentoring Gruppe , die ich gerade angefangen habe
– Für eine gesegnete Zeit auf der Pais-Konferenz mit allen Teams zusammen im Dezember
– Für eine besinnliche Weihnachtszeit (ohne Heimweh)
– Für meinen bevorstehenden Urlaub, in dem in mit Freunden ein wenig durch Australien reise

Danke für all eure Gebete.

Habt eine gesegnete und besinnliche Weihnachtszeit,

Eure Lisa

Über neue Möglichkeiten und einem Gott der in mir lebt

Halli Hallo Hallöchen! Ein neuer Monat ist vergangen und ich melde mich wieder zurück, um euch zu berichten, was ich im Oktober so alles erlebt habe.

Schon im Juli/September haben wir angefangen in der Gemeinde und in der Schule zu arbeiten. Wir unterstützen in der Gemeinde drei verschiedene Jugendprogramme und in der Schule haben wir vorwiegend die Schüler in den Pausen kennengelernt und einfach ein wenig Zeit mit ihnen verbracht. Zusammenfassend würde ich die ersten zwei Monate also als eine Eingewöhnungsphase betiteln, in der man alles kennenlernt und sich einlebt.

Nach einer Schulpause von zwei Wochen, in der wir unter anderm Teil eines christlichen Kinder- und Jugend Feriencamps waren und selber als Pais-Team ein Ferienprogramm für die Kids veranstaltet haben, fing die Schule und die Jugendprogramme in der Gemeinde wieder an. Somit öffneten sich für uns als Team auch neue Möglichkeiten, denn wir konnten nun beim Planen für den nächsten Schulabschnitt dabei sein und unsere Ideen einbringen.

Pausenprogramm in der Schule

So zum Beispiel, leiten wir seit Anfang Oktober nun unser erstes eigenes Pausenprogramm für die Schüler, der sogenannte „Fresh Friday“. In dem geht es darum, mit den Schülern ihre großen Lebens- und Glaubensfragen zu diskutieren und gemeinsam mit ihnen Antworten zu finden. Dafür haben wir einige, unter anderem auch provokative und umstrittene Fragen, überlegt, wie zum Beispiel „Was passiert nach dem Tod?“, „Dürfen Christen Alkohol trinken?“ oder „Kommen Homosexuelle in die Hölle?“. Wir treffen uns jeden Freitag in zwei Pausen und haben dabei immer eine neue Frage zum diskutieren. Dabei geht es nicht darum, den Schülern eine ultimative Antwort auf die großen Fragen zu geben, sondern viel mehr, ihnen eine Möglichkeit zu geben, sich mit diesen Themen mit anderen in ihrem Alter zu beschäftigen und aber auch unsere Meinungen zu den jeweiligen Themen zu teilen.

Because you are loved

Ein anderes tolles Programm, dass wir diesen Monat leiten durften, ist das Pais-Programm „Because you‘re loved“. Das drei wöchige Programm dient dazu, dass wir mit den Schülern zusammen in der Schule Gottes Liebe näher zu bringen unter dem Motto „Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat“. Dabei ist es das Ziel möglichst viele Schüler in das Programm zu integrieren, um sie dazu auszurüsten Gottes Liebe zu teilen, dort wo sie gerade sind. Die drei Wochen haben drei unterschiedliche Themen. In der ersten Woche geht es darum, sich zu trauen, Liebe zu zeigen und das durch verschiedene Mittel wie Ermutigung, Großzügigkeit, Mitgefühl oder dem Dienst für andere. Wir haben diese verschiedenen Mittel jeweils einem Tag in der Woche zugeteilt. So ging es am Montag darum, die Schüler und Lehrer der Schule zu ermutigen. Wir haben rund zwanzig Schüler zusammengesammelt und mit ihnen kleine ermutigende Notizen gebastelt und sie dann in der ganzen Schule aufgehängt.
Am Dienstag ging es dann darum, Mitgefühl zu zeigen, um den Schülern zu vermitteln, dass es wichtig ist, dass wir uns um einander kümmern. Dafür haben wir sogenannte „Nimm-was-du-brauchst“ Poster gebastelt, bei denen die Schüler sich das Wort abreißen können, was sie gerade in ihrem Leben brauchen. Wie zum Beispiel: Freude, Liebe, Vergebung oder Heilung. Das besondere daran ist, dass auf der Rückseite der Zettelchen steht, wie sie dies bekommen können. Auf der Rückseite des Zettels „Liebe“ stand zum Beispiel „Geh zu Hannah und schau, was sie für dich hat“. Die Schüler sind darauf hin zu Hannah gegangen und sie hat den Schülern dann einen Liebesbrief von Gott gegeben, der die Schüler ermuntern soll. Wenn die Schüler „Heilung“ oder „Vergebung“ brauchten, konnten sie in einen Raum kommen und für sich beten lassen. Es war wirklich toll zu sehen, wie offen und gerne die Schüler dieses Angebot wahrgenommen haben.
Am Mittwoch ging es dann um Dienst für unsere Mitmenschen. Rund zwanzig Schüler waren darin involviert, mit uns zusammen die Autos der Lehrer zu waschen und ihnen damit ein Gefallen zu tun. Bei herrlich sonnigem Wetter hatten wir eine tolle Zeit mit den Schülern und der einen oder anderen Wasserschlacht und konnten ganz nebenbei etwas richtig Gutes tun.
Der Freitag stand unter dem Motto „Großzügigkeit“. Die Schüler haben dabei gelernt, dass man nicht nur finanziell großzügig sein kann, sondern unter anderem auch mit seiner Zeit. Und so haben bestimmt um die dreißig Schüler ihre Zeit geopfert, um mit uns Brownies für ihre Lehrer zu backen und zu verteilen und ihnen dabei mitzuteilen, warum sie geliebt sind. Für mich war dieser Tag mein absolutes Highlight der Woche, weil es unglaublich schön zu sehen war, mit was für einer Freude und Leidenschaft die Schüler ihren Lehrkräften eine Freude machten.
Am Ende der Woche hatten wir nicht nur überglückliche Schüler, sondern auch Lehrer. Ein voller Erfolg!

Ein kleines Zeugnis für zwischendurch

Gott wirkt, wenn du ihn lässt.
Ein absolutes Highlight für mich diesen Monat, war eine ganz besondere Begegnung. Es war Donnerstag und an unserem freien Tag nutzen wir als Team gerne das Privileg nur zwanzig Minuten von wunderschönen Stränden entfernt zu leben. Wir liegen also am Strand und neben uns lagen zwei Jungs und ein Mädchen im Alter von ungefähr 25 Jahren. Als ich gehört habe, dass sie Lobpreis Musik hörten und einer von ihnen in der Bibel las, habe ich gedacht, dass es doch eine super Möglichkeit wäre sich ein wenig zu unterhalten. Auch wenn ich ein wenig unsicher war, wusste ich, dass Gott wollte, dass ich mit ihnen spreche. Und er behielt Recht. Ich habe den Jungen, der in seiner Bibel las, angesprochen, wie es ihm so geht und aus was für einer Gemeinde sie kommen. Es stellte sich heraus, dass ihre Gemeinde nur fünf Minuten von unserer Gemeinde entfernt war. Als wir uns unterhielten, meinte er plötzlich, dass er das Gefühl hat, er sollte mit mir teilen, wie er zum Glauben gekommen ist. Natürlich wollte ich das gerne hören und er fing an zu erzählen, dass er erst seit einem Monat Christ und getauft ist. Seine Eltern sind zwar immer in Kirche gegangen, doch er selber hatte nie eine Beziehung zu Gott. Was ihn unter anderem davon abgehalten hat, ist, dass er durch sehr schwierige und schlimme Zeiten gehen musste. Er hat mir davon erzählt, wie er oft keinen Ausweg mehr sah und sich mehrmals sogar versucht hat das Leben zu nehmen. Ich war völlig überwältigt von seiner Geschichte und dann erzählte er mir etwas Unglaubliches! Bei seinem letzten Versuch sich das Leben zu nehmen, hat er versucht sich in einem Baum im Park zu erhängen. In diesem Moment ist er Jesus begegnet. Jesus hatte ihn buchstäblich gerettet. Er wurde von der australischen Polizei gefunden und ins Krankenhaus gebracht und als er aufgewacht ist, hat entschlossen, nun sein Leben für Jesus zu leben, weil er sein Leben gerettet hatte. Wow!
Er hatte mir erzählt, dass sich sein Leben um 180 Grad gewendet hat und er durch seine Taufe von seinem alten Leben reingewachsen wurde und nun ein neuer Mensch ist. Amen!!
Ich war so erfüllt und erstaunt von seinem Zeugnis und habe ihn gefragt, ob ich für ihn beten darf. Er war überglücklich. Sobald ich angefangen habe zu beten, wusste ich, dass nicht ich es bin, die spricht, sondern, dass es wirklich Gott war, der durch seinen Heiligen Geist durch mich spricht. Ich habe so etwas noch nie erlebt und es war einfach ein so cooler Moment dort am überfüllten Strand von Australien zu sitzen und für jemanden Wildfremden, der etwas so unglaubliches mit Jesus erlebt hatte, zu beten.
Ich habe vorher davor Angst gehabt für komplett fremde Leute zu beten und habe Gott oft dadurch nicht nicht die Möglichkeit gegeben, durch mich zu wirken. Vielleicht geht es dir auch manchmal so. Ich kann dich nur ermutigen aus deiner Komfort Zone herauszutreten und Gott in dir wirken zu lassen. Es lohnt sich!

Ich hoffe euch hat mein kleines Update zu meiner Arbeit hier in der Schule, aber zu meinen Erlebnissen mit Gott gefallen.

Falls du gerne tägliche Updates bekommen möchtest, was wir gerade so machen, dann kannst du gerne unserer Pais-Instagram Seite folgen oder meinem privaten Account, dort poste ich auch fast täglich, was ich so mache. @paishillcrest @lisajohannahubert

Ich danke euch für jedes Gebet für uns!

Eure Lisa 🙂

Alles über meinen Einsatz in Australien

Auf gehts nach Down Under!

Die Koffer sind gepackt, die Reiseunterlagen sind alle beisammen, Freunde und Familie wurden nochmal in den Arm genommen – Es konnte also los gehen. Am 25. Juli um 21:30 Uhr starte mein Flieger ans andere Ende der Welt. Ich sollte ein Jahr alles hinter mir lassen. Meine Familie, meine Freunde, mein gewohntes Umfeld und meine Gemeinde. Und ich war noch nicht einmal aufgeregt. Der Tag des Abflugs war gekommen und er fühlte sich an, wie jeder andere Tag. Mit einigen Abschiedstränen ließ ich meine Familie an der Sicherheitskontrolle hinter mir und startete mit vier weiteren Pais-Mädels auf die Reise nach Down Under. Um dort hinzugelangen benötigte es einen kurzen Zwischenstopp von vier Stunden in Dubai. Nach weiteren vierzehn Stunden Flug mit leckerem und reichlichem Essen und, zu meinem Glück, genügend Schlaf am Fensterplatz, erreichten wir Fünf unser Ziel in Brisbane. Dort angekommen stellte ich auch schon den ersten kulturellen Unterschied fest. Die Flughafenkontrolle empfing uns wie einen alten Freund, den man lange nicht gesehen hatte und selbst bei meiner Extra-Sicherheitskontolle, auf Grund meiner mitgebrachten Hundeleckerlies, wurde ich super freundlich empfangen. Ja, die Hundeleckerlies, die ich als Gastgeschenk für den Hund meiner Gastfamilie mitgebracht hatte, musste ich der Flughafenkontrolle aushändigen, aber sie brachten mich sonst in keine weiteren Schwierigkeiten, sodass der Flug einwandfrei vonstatten ging.

Wie war dein Vorbereitungsseminar?

In Brisbane sollten alle von Pais-Australien und Pais-Neuseeland erst einmal ein zwei-wöchiges Seminar besuchen, das Foundational Training (FT). Dort wurden uns von den Nationaldirektoren und verschiedenen Gastrednern die Prinzipien von Pais, die sogenannten „Kingdom Principles“ ans Herz gelegt. Paul Gibbs, der Gründer von Pais, hat diese in drei Kategorien unterteilt: Mission, Decipleship und Study. Das sind also unsere Grundlegenden Aufgaben. Missionieren, also jungen Erwachsenen von Jesus erzählen, die ihn noch nicht kennen, Jüngerschaft, also diese Menschen zu Jüngern Jesu machen, indem man ihnen dieses vorlebt aber sie auch dazu ausrüstet („Missionaries making Missionaries“). Und zu guter letzt, das Studieren der Bibel. Für alle dieser drei Bereiche gibt es ein sogenanntes Tool, also ein Werkzeug mit denen man missionieren, Jünger ausrüsten und die Bibel studieren kann. Für die Kategorie Mission gibt das Tool „Because you are loved“, für die Kategorie Dicipleship gibt es das Tool „The Flow“ und für die Kategorie „Study“ gibt es das Tool „Haverim“. Wenn du dazu gerne mehr erfahren möchtest, dann klick gerne auf die einzelnen Tools.
Das FT war nicht nur informativ und hilfreich, sondern vor allem prägend und tief gehend. Wir alle haben wirklich viel von dem Seminar mitgenommen und fühlen uns nun ausgerüstet, um in den Schulen und Gemeinden zu dienen.

Wie sehen deine Schule & deine Gemeinde aus?

Das Hillcrest Christian College ist, wie der Name schon sagt, eine christliche Schule mit über 1300 Schülern, die alle eine Schuluniform tragen müssen. Die Schule ist aufgeteilt in eine Junior School (Jahrgang 1-6) und einer Senior School (Jahrgang 6-12). Beide Jahrgänge feiern wöchentlich einen kleinen Gottesdienst, den die Schüler durch Musik, Andacht, Gebet und Moderation mit gestalten. Die Junior- und Senior School ist jeweils nochmal in verschiedene Häuser unterteilt, die jeweils einer Farbe zugeordnet sind. Es gibt dann nicht wie bei Harry Potter die Häuser Gryffindor, Ravenclaw, Slytherin und Hufflepuff, sondern die Häuser Blau, Gelb, Grün und Orange. Jedes Haus trifft sich täglich in ihrer sogenannten „Smallgroup“, welche man sich wie ein Hauskreis vorstellen kann. Die Schüler hören zu ihrem jeweiligen Thema eine Andacht, spielen dazu etwas oder bearbeiten Aufgaben, mit einem angefertigten Themenbuch.
Weitergehend bietet die Schule auch Mentoring an, indem die älteren Schüler die jüngeren Schüler mentoren. In Hillcrest wird besonders viel Wert auf den Umgang miteinander nach christlichen Werten gelegt. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ könnte also das Motto des christlichen College sein.
Das hört sich doch alles klasse und super christlich an. Wozu muss denn da noch missioniert werden? Dass dieses College unter christlichen Händen geleitet wird, heißt noch lange nicht, dass jeder Schüler dort sein Leben mit Jesus lebt. Der Sozialarbeiter der Hillcrest Schule, Tim, vermutet, dass über 70% der Schüler keine Christen sind. Sie kommen aus einem christlichen Elternhaus oder vielleicht noch nicht mal das und haben aber noch keine eigenen Erfahrungen im Glauben gemacht und wollen vielleicht mehr von Jesus erfahren. Ihnen fehlt der persönliche Bezug und ein Start in eine Beziehung mit Jesus. Und da kommen unter anderem wir als Pais Team ins Spiel. Wir sind hauptsächlich dazu da um Beziehungen zu den Schülern aufzubauen, ihnen als Team eine Gemeinschaft mit Jesus in der Mitte vorzuleben und ihr Ansprechparter zu sein. Wir wollen in den „Smallgroups“ und in den Pausen den Schülern begegnen, Einzelne Mentoren und uns in ihren wöchentliche Gottesdienst mit einbringen. Unser Ziel dabei ist es, die Schüler ein Stück in ihrem Glauben zu begleiten und voranzubringen und sie dann aber auch dazu ausrüsten, um das selbe mit ihren Mitschülern zu tun, wenn wir nach einem Jahr nicht mehr da sind.

Neben der Schule abreiten wir auch in einer Baptisten Gemeinde, der „Reedy Creek Baptist Church“, die auch mit der Hillcrest Schule zusammenarbeitet. Am Sonntag gibt es zwei Gottesdienste. Einen um 9:00 Uhr, der mit rund 200-300 Besuchern gefüllt ist und einen kleineren Gottesdienst um 17:00 Uhr mit gemeinsamen Abendessen. Wir als Pais-Team sind in die Gottesdienste, wie auch in drei unterschiedliche Programme für die Jugendlichen und Kinder involviert, in denen gespielt, Andachten gehalten werden und Kleingruppen zusammenkommen. Die Gottesdienste und Programme werden von drei unterschiedlichen Pastoren geleitet. David Moyes (Senior Pastor), Andrew Rienecker (Kinder- und Jugend Pastor) und Robby Townsen (Missions Pastor). In unserer Gemeinde haben wir auch ein Büro, in dem wir Veranstaltungen, Mentoring-Sessions, oder Haverim Stunden vorbereiten können.

Wie ist deine Gastfamilie?

Die ersten zwei Wochen während des FT‘s war ich in Brisbane bei einem jungen Ehepaar untergebracht. Courtney (26) und Matt (28) haben mich wirklich super herzlich aufgenommen und ich hatte eine total tolle und vor allem witzige Zeit mit ihnen. In ihrem Haus, in Ormeau Hills, hatte ich eine unglaubliche Aussicht über den Vorort von Brisbane. Courtney ist außerdem Lehrerin an dem Hillcrest Christian College, sodass ich schon, bevor wir angefangen haben dort zu arbeiten, einen Eindruck von der Schule gewinnen konnte.

Nach dem Foundational Training wurden wir dann zu unseren finalen Gastfamilien zugeteilt. Ich bin in den Süden, an die Gold Coast nach Bonogin, zu der liebevollen „Familie Blackwell“ gezogen. Janelle und Nate und ihre Kinder Maddy (16), Charlotte (14) und Eloise (11) haben mich überwältigend herzlich empfangen. Die Familie ist eine aufgeweckte, fröhliche und vor allem unglaublich liebevolle Familie. In dem, wie ich es liebevoll nenne, Dschungel Australiens, hat meine Gastfamilie aus ihrer Garage liebevoll ein eigenes Zimmer für mich hergerichtet. Ich wurde mit einem Kuschelbär Koala, einem Bild von meiner Familie zu Zuhause und weiteren Willkommens-Aufmerksamkeiten, herzlich empfangen. Ich bin wirklich gerührt von der Fürsorglichkeit dieser Familie und kann mich hier einfach wie Zuhause fühlen. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich, wie Zuhause, drei Schwestern um mich habe, mit dem kleinen Unterschied, dass ich nun die Älteste bin.
Ich bin wirklich total gesegnet mit den Menschen, die ich um mich herum habe und bin Gott dafür unendlich dankbar.

Das war es soweit zu meinem ersten Update aus Australien. Im nächsten Blog erzähle ich etwas mehr zu unseren ersten Einsätzen in der Gemeinde und in der Schule. Seid also gespannt!

Ganz herzliche australische Grüße,

Lisa

Mein Auslandsjahr beginnt in Deutschland

Das bin ich!

Hey ihr Lieben! Ich bin Lisa, noch 19 Jahre alt und habe gerade mein Abitur hinter mir. Für mich geht es am 25. Juli 2018 ein Jahr ans andere Ende der Welt. Besser gesagt nach Reedy Creek, einem Ort im Nord-Westen Australiens direkt an der Gold Coast. Unterwegs bin ich mit der christlichen Organisation Pais. Gemeinsam mit meinem Team aus weitern FSJlern werde ich an einem christlichen College aktiv, um dort den Kindern und Jugendlichen von Jesus zu erzählen und Beziehung zu ihnen aufzubauen. Außerdem werden wir in unserer Gemeinde, der Reedy Creek Baptist Church, vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit mitarbeiten. Ein Jahr voller Herausforderungen, neuen Bekanntschaften und Freundschaften, vielleicht auch Enttäuschungen aber in jedem Fall jeder Menge neuer Erfahrungen warten auf mich und ich darf mir gewiss sein, dass ich dabei in stetiger Begleitung und Führung unseres Herrn bin.

Zweifel an meinem Einsatz im Ausland

Mein Jahr hat vor dem Abflug eigentlich schon begonnen und zwar nicht in ganz so weiter Ferne. Anfang Juli haben wir uns in Großenaspe zum Reach, einer Art Kennlern- Seminar, getroffen. Mit wir meine ich alle Paisler, die von Deutschland ein Jahr nach Australien, Neuseeland, Ghana und Brasilien ausgesandt werden (Starter) und alle Paisler, die in diesen Nationen bereits ein Jahr mit Pais unterwegs waren (Movement). Eine Woche voller Programm und vor allem mit viel Austausch erwartete uns.
Zugegeben hatte ich nicht besonders hohe Erwartungen an das Reach. Gedanklich war ich noch gar nicht auf meinen Einsatz im Ausland vorbereitet. Eine Woche vor dem Reach wurde ich aus der Schule mit dem Abitur in der Tasche entlassen, bin in dieser Woche noch ein wenig durch Deutschland gereist um meine freie und restliche Zeit in meinem Heimatland noch einmal zu genießen und nur zwei Tage vor dem Reach feierte ich noch mein bestandenes Abitur und die vergangenen 13 Schuljahre mit meinen Freunden auf unserem Abiball. Ich war irgendwie noch nicht bereit zu gehen. Hier habe ich doch alles, warum verlasse ich mein gewohntes Umfeld, hier geht es mir doch gut? Ich habe mich dieser Aufgabe noch nicht gewachsen gefühlt. Demnach war mein Plan für das Reach, es eine Woche mehr oder weniger „durchzuziehen“ und es viel mehr als ein Pflichtpunkt meines FSJs anzusehen, anstatt als eine wirkliche Vorbereitung auf das kommende Jahr.

Das Reach in Großenaspe

Dennoch habe ich mich gefreut alle kennenzulernen mit denen ich zusammen mein Auslandsjahr verbringen werde. Pais stellt immer Teams zusammen, die aus verschieden vielen Teammitgliedern (Member) und einem Teamleiter (Leader) bestehen. Bis zum Reach wusste ich noch nicht in welchem Team ich bin, was auch bedeutet, dass ich noch gar nicht wusste, wo ich eigentlich genau hinkommen werde, denn pro Team kommt man immer an einen Ort und in eine Gemeinde. Ich konnte nur vermuten, dass es für mich nach Reedy Creek gehen könnte, denn der Pastor der Reedy Creek Baptist Church, Andrew Rienecker, hatte mich bereits per E-Mail angeschrieben, um sich mit mir in Kontakt zu setzen. Eine offizielle Bestätigung für meine Vermutung gab es von meinem Nationaldirektor, Pat Kliever, ebenfalls Deutscher, allerdings noch nicht. Von dem Reach erhoffte ich mir also auch, mehr über mein Team zu erfahren und vielleicht schon Mitglieder davon kennenzulernen.
Und die Möglichkeiten hatte ich. Täglich mussten wir Seminare besuchen, die Themen behandelten, wie die verschiedenen Kulturen, Sicherheit, aber auch persönliche Aspekte, wie, wie gehe ich mit Schwierigkeiten um, zum Beispiel zum Thema Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Teams oder Heimweh. Das Reach war super organisiert, das Programm sehr abwechslungsreich gestaltet, sodass alle Bedürfnisse und Fragen abgedeckt werden konnten und die Seminare waren informativ und meistens sehr interessant. Doch was für mich am wichtigsten war, ist der Austausch. Und das war zum Glück auch der Schwerpunkt des Reachs. Ich hatte wie gesagt keine große Meinung für das Reach bevor es begonnen hatte, doch rückblickend stelle ich fest, dass das es so wichtig für mich war, denn durch den Austausch, vor allem mit den Movement-Paislern, die schon ein- oder mehrere Jahre im Ausland, und vor allem in Australien gelebt haben, zu reden, sich von ihnen ermutigen zu lassen, von ihren Erlebnissen und Erfahrungen erzählt zu bekommen und zu hören, dass es ihnen ähnlich ergangen ist wie mir, war so ermutigend. Aber auch mit den Startern zu reden, sich kennenzulernen und einander aufzubauen, weil man die Gefühlslage des anderen gut nachvollziehen kann, war total hilfreich.

Welcome to Team Hillcrest

Am vorletzten Tag vom Reach kam dann auch die langersehnte E-Mail von Pat, in der stand, dass ich offiziell in der Reedy Creek Baptist Church zusammen mit meinem Team „Team Hillcrest“ arbeiten werde. Das Team besteht aus David, unserem Teamleiter, der ebenfalls aus Deutschland kommt, einem Jungen, Benjamin (Ben) und einem Mädchen, Hannah, die beide aus der USA kommen und mir. Zu meinem großen Glück durfte ich David auf dem Reach schon kennenlernen. David ist ein total lieber, fröhlicher und motivierter Junge und nur zwei Jahre älter als ich. Erst ein paar Tage vor dem Reach kam er aus Australien wieder, wo er ein Jahr als Team-Member mitarbeitete und will nun wieder nach Australien um dort sein zweites Jahr als Teamleader zu machen. Ich bin wirklich total gesegnet mit David als Leader, da ich mich sehr gut mit ihm verstehe und er, glaube ich, Eigenschaften besitzt, die sich sehr gut mit meinen ergänzen.

Das Reach war für mich, auch mit seinen Startschwierigkeiten, ein voller Erfolg. Es hat mir einfach mein Auslandsjahr greifbarer und realistischer gemacht und nun weiß ich, worauf ich mich ungefähr einstellen kann. Ich freue mich jetzt einfach darauf, los fliegen zu können und mein Abenteuer für Gott beginnen zu lassen.

Ich danke euch für eure Gebete und freue mich darauf, mich dann aus Australien wieder zu melden.

Eure Lisa 🙂