die Endphase

2 Wochen und (in 19 Minuten) 4 Tage. In 2 Wochen und 4 Tagen sitze ich im Flieger nach Deutschland. Ist das merkürdig für mich? Und ob! Freu ich mich? Und ob! Werde ich Spanien vermissen? Definitiv.


Aber vor dem Blick in die allzu nahe Zukunft, gehts erstmal zurück in die Vergangenheit, denn immerhin sind zwei Monate seit des letzten Blogeintrages vergangen und damit auch (mehr oder weniger) viel zu erzählen.
Der Mai war ein Monat, der unglaublich schnell auch wieder um war (und tatsächlich gab es einfach nicht so viel zu berichten), weil meine Schwester zu Besuch war. Das war echt schön, vor allem weil ich endlich mal so richtigen „Tourikram“ gemacht habe z.B. Boot fahren und Kamelreiten. Gleichzeitig hatte ich nat11291756_988661221157864_402843643_nürlich keinen Urlaub,

weswegen sie zu vielen Veranstaltungen mitgekommen ist. Das waren auf jeden Fall drei anstrengende (aber schöne) Wochen, wenn auch UNGLAUBLICH heiß (dank Kalima – Saharawind). Und damit war der Mai auch irgendwie schon fast um. Für mich war das so schnell und der Juni kam mit einem Schlag und damit auch irgendwie die Endphase.

Diesen Monat ist nämlich meine liebe Mitbewohnerin, Voluntärin und tolle Freundin Lene nach Hause geflogen. Dazu gab es eine riesige Verabschiedungsfeier, wo wir anderen Voluntäre schonmal einen Vorgeschmack auf die nächsten Wochen bekommen haben.

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Unser Team + Ana und Julieta (die Jugendleiter)

Es wurden Fotos gezeigt, Gedichte vorgetragen und (natürlich und wie auch anders möglich) an den Strand gegangen für einen Mitternachtsspaziergang. Ich bin sehr dankbar für die Zeit, die ich mit ihr haben konnte und für die vielen Dinge, die wir voneinander gelernt haben und muss zugeben, dass ich sie schon ein bisschen vermisse.
Die Zeit bevor sie uns verlassen hat, haben wir noch ein letztes Mal Dinge unternommen, die wir uns das ganze Jahr vorgenommen haben. So haben wir endlich mit einigen Jugendlichen auf dem Dach des Jugendlokals geschlafen und Sterne bestaunt. 🙂

Meine Aktivitäten im Allgemeinen dezimieren sich in letzter Zeit immer mehr. Das liegt daran, dass bei den Spaniern auch die Ferien begonnen haben und manche im Urlaub sind oder andere Sachen wie z.B. die Deutschklasse mit den Ferien zu Ende sind. Das ist einerseits echt schade weil man einfach weniger zu tun hat und sich zwischendurch echt langweilen kann, andererseits auch ein schönes Ende, weil man nicht auf einmal mitten aus der Arbeit rausgerissen wird. Außerdem bietet sich dadurch die Möglichkeit die 11108241_10205866791300833_939652900870933019_nBeziehungen zu stärken. Ich habe mir vorgenommen, meine Zeit zu nutzen und mich mit Gott auf meine Rückkehr vorzubereiten und die Beziehungen, die ich hier geschlossen habe zu stärken. Bedeutet im Klartext, dass ich in letzter Zeit öfter mal Kaffee trinken war, mit Menschen im Kino oder Filmabende in unserer Wohnung veranstaltet habe.
Ich bin Gott unglaublich dankbar für die verschiedenen Freundschaften, die ich hier schließen durfte und wo mir immer wieder gezeigt wird, dass ich den Personen tatsächlich wichtig bin und nicht nur irgendeine Voluntärin. 🙂

Ein letztes großes Ereignis fand die letzte Woche statt. Die „Sportweek“ (Sportwoche). Eigentlich war das ganze evangelisierend geplant. Am Ende ist es aber ganz anders ausgegangen. Es sind tatsächlich einige Nicht-Christen gekommen (und zu meiner 11209664_10204484989070923_8498429101244285232_ngroßen Freude auch aus der Deutschklasse!), aber überwiegend waren vier Jungs im Alter von 12-15 anwesend, die total viel Spaß miteinander hatten. Die vier sind so unterschiedlich, aber die Woche über, in der wir jeden Tag eine andere Sportart ausprobiert haben, sind sie total zusammengewachsen. Sie sind gerade in einem Alter, in dem sie nicht richtig zu den Kindern gehören, aber auch nicht zu den Jugendlichen, weswegen es schwer ist, sie zu integrieren.
Ich war leider nur 3 von 5 Tagen da, aber trotzdem habe ich die Woche als großartig empfunden! Am Ende nicht wie geplant, aber trotzdem großartig!
Die zwei anderen Tage, war ich in den Hauskreisen anwesend. Das war auch echt schön, weil sich alle so gefreut haben, dass ich extra nicht zu Sportwoche gehe, sondern dabei bin und Klavier spiele. Ich habe mich richtig wertgeschätzt gefühlt und die Hauskreise in so kleiner Runde total genossen. 🙂

So und nun kehren wir zu den 2 Wochen und (mittlerweile tatsächlich) 4 Tagen zurück. Am 23.07. fliege ich Richtung Karlsruhe nach Deutschland auf Seminare und dann um den 30.07. herum gehts (endlich) nach Neumünster. Und Freunde: Ich freue mich! Ich merke, dass ich gerade in dem so genannten Kulturschock angekommen bin, der normalerweise so mitte des Jahres kommt. Bedeutet im Klartext, dass einem Kleinigkeiten (oder Großes) an der Kultur stören, die einen so richtig nerven können. Ich finds super, dass der bei mir jetzt am Ende kommt. Jeden Tag fallen mir Sachen ein, die ich an Deutschland und den Menschen vermisse und wertschätze und ich hab unglaublich Lust, wieder „zuhause“ zu sein. In einer Umgebung, in der mich die Menschen verstehen (und wenn nicht, liegt das zumindestens nicht an der Sprache) 😀 .
Meine nächste Zeit besteht grob gesagt aus Abschiedsgeschenke vorbereiten. 😀
Ich bin gespannt auf die Zeit, die jetzt vor mir liegt und freue mich schon auf die neuen Veränderungen und Deutschland nochmal neu kennenzulernen.
Ich weiß noch nicht, ob der nächste Blogeintrag noch in Spanien geschrieben wird oder erst in Deutschland. Wie es auch sein mag: ich freu mich auf euch und ich werde 100% noch mindestens einen verfassen.

Vielen Dank für die ganzen Spenden und euer Gebet!
Dazu: Die Jugendlichen von denen ich letztes Mal berichtet habe, gehen fast alle nach Deutschland, um ein FSJ zu absolvieren! Immerhin vier junge Menschen! 🙂
HIER könnt ihr weiter beten:
Danken für ein tolles Jahr mit vielen Hochs und Tiefs; tolle Menschen vor Ort; Sportwoche
Bitten für die Heimkehr; den Flug; die Abschiede

Adiós,
Lotta

Ein Gedanke zu „die Endphase

  1. Wir freuen uns auch schon auf dich, Lotta!!
    Ich wünsche dir noch eine gute Zeit dort, sanftes Abschiednehmen und ganz viel Rückenwind für die Heimfahrt nebst Wiedereinstieg hier.
    Behüt‘ dich Gott,
    Birgit 🙂

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