Halbzeit.

 

Sanibonani!

Es ist Halbzeit. Das sogar doppelt und damit bekomme ich Afrikas Kriminalität richtig zu spüren…

Die 3. Woche ist vorbei und somit die Hälfte meiner Zeit hier in Südafrika. Die erste Hälfte verging so schnell und hat so viele Erlebnisse und Erfahrungen mitgebracht, dass ich schon ganz gespannt auf die Zweite bin. Doppelte Halbzeit deswegen, weil meine Mitbewohnerin auch gerade die Hälfte ihrer Zeit hier hinter sich gebracht hat. Bei ihr sind das allerdings 5 Monate und nicht nur 3 Wochen. 😉

Am Wochenende war ich zusammen mit einer Volontärin aus Australien in l’Abri, einem Freizeitlager von YFC. L’Abri kann man sich wie ein winziges Dorf mitten in der Natur vorstellen. Im Umkreis liegen 5 verschiedene Wasserfälle, die über Kletter und Wanderwege erreichbar sind. Einen haben sie und ich zusammen besucht. Dafür mussten wir durch den Wald auf einem nassen Pfad nach unten wandern und uns dabei gelegentlich an Seilen runterhangeln. Dank eines Sturms war der größte Teil des Pfades von entwurzelten Bäumen bedeckt über die wir dann klettern mussten. Das war eine spaßige Angelegenheit und unsere Hosen sahen danach spektakulär aus.
Der Wasserfall war dafür super!
In l’Abri gab es eine Menge Affen, die einfach in den Bäumen neben unserem Hause saßen und auch auf dem Weg zurück nach PMB habe ich echt viele Affen gesehen, die an der Straße entlang rumlümmelten. Das hat mich mal wieder daran erinnert, dass ich in einem anderen Land bin.

Zusammen mit einer Familie aus Johannesburg haben wir am Samstag einen weiteren Wasserfall besichtigt, in dessen Umgebung es viele afrikanische Stände und Läden gab. Gemeinsam waren wir außerdem noch bei einem Mandela Denkmal, dass aus ganz vielen verschiedenen Metallstangen bestand, die vom richtigen Punkt aus betrachtet, sein Gesicht bildeten. Anschließend waren wir in einem deutschen Restaurant dem „Bierfassl“. An der Wand hingen allerdings Anleitungen zum Brauen von Guiness. Da konnte jemand wohl Deutschland und Irland nicht auseinanderhalten. 😀
Das Wochenende war also wirklich großartig.

Wenn mich jemand vor meinem Afrika Aufenthalt gefragt hätte, welchen Gegenstand ich in meinem Leben niemals verlieren möchte, dann wäre es definitiv meine Kamera gewesen. Ich liebe meine Kamera und ich liebe es, mit ihr Fotos zu machen und wäre ich nicht zu inkompetent dafür, wären diese Blogeinträge auch schon massig voll mit Bildern von der Landschaft, Löwen, Kindern, dem Mandeladenkmal, den Wasserfällen, den Ständen und und und…
Meine Mutter hat mich ungefähr hundert mal gefragt: „Willst du die Kamera wirklich mitnehmen? Was ist, wenn sie geklaut wird?“ Natürlich habe ich sie mitgenommen und auf ihren weisen Rat hin immer um den Hals getragen und in meinem Schrank im Zimmer gehabt. Nur diesen einen Freitag hatte ich sie leider auf dem Tisch neben einem vergitterten (!) Fenster im Wohnzimmer liegen, (das man nur über einen hohen Zaun, der mit Stacheldraht besetzt ist, erreichen kann) als wir die Einkäufe gemacht haben. Wir waren extrem spät dran, weshalb ich nicht mehr drauf geachtet habe, sie wegzuräumen. Als wir wiederkamen war meine Kamera weg. Ich war sauer, verzweifelt und habe die ganze Nacht gebetet, dass Gott mir meine verflixte Kamera wiedergibt. Irgendwie hatte ich gehofft, dass eins der Kinder sie genommen hat oder ich sie nur verlegt, denn dann hätte ich sie wiederbekommen.
Am nächsten Morgen haben wir bei Tageslicht das verbogene Gitter vorm geöffneten (normalerweise geschlossenen) Fenster entdeckt. Irgendein mieser Dieb hat sich also meine Kamera geschnappt und ich könnte krass sauer auf Gott sein, wüsste ich nicht, dass er uns an diesem Tag vor einem viel größeren Schaden bewahrt hat.
Während der Einkäufe hatte meine Mitbewohnerin das Geld zuhause vergessen, weshalb sie alleine schnell nach Hause gefahren ist. An dem Tag waren wir beide echt genervt von der Hetzerei. Letztendlich lag sowohl mein Laptop als auch ihr Mac in Nähe des Fensters. Das Gitter war nur halb verbogen. Weil sie das Geld vergessen hatte, hat sie den Einbrecher vermutlich bei seiner Tat unterbrochen, weshalb wir uns beide noch an unseren Laptops erfreuen können.
Obwohl wir in dem Moment echt genervt waren, hat uns Gott wirklich gezeigt, dass selbst wenn es mal blöd aussieht, das aus einem bestimmten Grund passiert. Er hat uns da wirklich behütet.

Meine Kamera ist trotz alledem weg und mich ärgert es ein bisschen. Die Polizei ist furchtbar langsam und ist hier immer noch nicht erschienen.

Wie dem auch sei. Ich freue mich auf die nächsten drei Wochen auch ohne Kamera.

Liebe Grüße,
Lotta

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